Deutschland ist Weltmeister

WM-Finale: So fieberten die Fans in der Region mit

München - Vorbei, Nervenkrieg beendet: Deutschland ist Weltmeister bei der WM 2014! Und Thomas Müller hat ein Denkmal in Weilheim bekommen.  

Update: Deutschland ist Weltmeister 2014! Nach dem Sieg der DFB-Elf über Argentinien im WM-Finale können sie die internationalen Pressestimmen nachlesen. Alle Infos zum Tag nach dem WM-Sieg im WM-Ticker vom Montag.

München, 23.36 Uhr: Abpfiff, Deutschland ist Weltmeister!

Das Olympia-Stadion rastet aus!

München, 23.25 Uhr: Feuerwerk in München, Götze trifft!

Pähl, 23:22 Uhr: Aua! Ein Raunen geht durch Saal, als Thomas Müller nach einem Kopfstoß mit seinem Gegner zu Boden geht. Bei diesem Zusammenstoß fühlt ganz Pähl mit.

Fürstenfeldbruck, 23.02 Uhr: Trikots sind verschwitzt, doch die Spannung in FFB steigt. Noch ist alles optimistisch.

München, 22.49 Uhr: Sehen und hören können die meisten auf der Leopoldstraße nicht viel. So wie Sebastian und seine 15 Freunde. Sie sind extra aus Eglfing gekommen - hauptsächlich wegen der Stimmung.

München, 22.47 Uhr: Die Leopoldstraße klatscht für Klose.

München, 22.29 Uhr: Dicht gedrängt stehen die Münchener vor den Bildschirmen auf der Leo. Auch, wenn bei vielen das Spiel gar nicht mehr im Mittelpunkt steht.

München, 22.22 Uhr: "Ich will Messi mit dem Pokal sehen" sagt Milad. "Er hat die letzten zwanzig Jahre so gut gespielt." Eigentlich kommt Milad aus Bagdad, aber weil Messi sein absoluter Lieblingsspielen ist, hofft er, dass Argentinien gewinnt.

21.58 Ortswechsel: Jetzt auf nach Schwabing zur Leopoldstrasse. Die ganze Stadt ist wie leer gefegt, auf den Straßen könnte man jetzt ein Nickerchen machen. Und ab dem Siegestor ist sogar schon abgesperrt. Bis auf die Straße stehen die Fußball-Fans in Schwabing. Die Leinwände sehen wohl nicht alle, der Stimmung tut das keinen Abbruch.

Pähl, 21.45 Uhr: Gibt's das? Die Meute tobt, jubelt, hüpft, liegt sich schon in den Armen - 1:0 für Deutschland, oder nicht? Wieder Abseits, diesmal aber gegen Deutschland. Pfosten. Die nächste emotionale Achterbahnfahrt. Kurz Durchatmen, dann ist auch schon Pause.

München, 21.36 Uhr: Neuer hält fantastisch. 21.37 wieder eine große Chance für Deutschland: Schürrle schießt, Özil duckt sich weg, doch der argentinische Torwart lässt den Ball nicht los. Im Biergarten tobt München.

München, 21.11 Uhr: Alle blicken auf die Leinwand. Wird das etwa schwieriger als gedacht?

Fürstenfeldbruck, 21.14 Uhr: Das Brucker Pfarrheim von St. Magdalena, wo die Glocken geläutet haben, ist rappelvoll. Sofas werden zu Tribünen, Stimmung prächtig.

Oliver Yang.

Pähl, 21 Uhr: Solche Geschichten schreibt nur der Fußball: Für Oliver Yang wird ein Traum wahr. Der taiwanesische Student aus Heidelberg ist riesiger Deutschland-Fan. Als er in der Zeitung erfahren hatte, dass in Thomas Müllers Heimatstadt Pähl ein Fanfest samt Public Viewing steigt, buchte er sofort die Zugtickets und Apartment fürs Finale. "Ich hatte den Drang, hierher zu kommen", sagt Yang. Der Taiwanese hat ein besonderes Verhältnis zu Deutschland: Seit er die DFB-Elf 2006 gegen Italien zum ersten Mal gesehen hatte, ist er Fan - ein Hardcore-Fan. Yang ist sogar Mitglied beim DFB. Wie es zu seinem deutschen Vornamen kommt, ist eine eigene Geschichte für sich: Eigentlich ist Oliver nämlich nur sein Spitznamen, dem ihn seine Freunde 1999 in Anlehung an Oliver Kahn verpasst haben. Während er mit seiner Vuvuzela die Deutschen unterstützt, drückt seine Familie von Taiwan aus die Daumen. Via Smartphone tauschen sie sich ständig aus.

München, 20.50 Uhr: Applaus brandet auf. Thomas Müller - der Held der gut und gerne 400-500 Pähler - ist zum ersten Mal in Großaufnahme auf der Großleinwand zu sehen. 20.54 Uhr: Der ganze Saal steht zur Nationalhymne und schmettert inbrünstig "Einigkeit und Recht und Freiheit."

M ünchen, 20.35 Uhr: Damit die Kleinen während des Spiels nicht einschlafen, haben sie heute Mittag eine kleine Siesta gehalten", sagt Morten. Er hält seine Kinder Asbjorn und Nor im Arm. Die Namen klingen so fremd, weil die Familie aus Dänemark kommt. "Aber heute sind wir Deutsche", sagt Mama Kristina mit ihrem Sohn Fre.

Pähl, 20.20 Uhr: Jetzt kommt Stimmung in das PGZ: Rund 200 Fans sind bereits da und peitschen mit Trommeln, Fangesängen und Vuvuzzelas ihren Thomas nach vorne. Alle 150 Sitzplätze sind längst verkniffen. Die ersten Pähler müssen auf Sitzplätze ausweichen. Auch Rita Berle und ihr Freundinnen (siehe Foto) haben kein Glück mehr. Sie sind zum dritten Mal in Pähl dabei und haben sich für den besonderen Abend herausgeputzt: Hut, Fahne, Blümchenkette, Schwarz-Rot-Goldene Kleiderstücke - das Outfit der Damen ist weltmeisterlich. "Heute sind alle guten Dinge drei", sagt Berle. Das Quintett weiß sogar schon, wie es ausgeht: "3:1".

München, 20.19 Uhr: Zu feiern haben Elisabeth und Herbert Niklas sowieso etwas - egal ob Deutschland gewinnt oder nicht: Am Samstag war nämlich ihr 40. Hochzeitstag. Eigentlich kommt das Paar aus Hamburg, im Augustiner Biergarten gefällt ihnen aber auch gut.

Weilheim, 19.10 Uhr: Die Argentinier - kurzerhand umfunktionierte Amerikaner - sind der Renner am Essensstand. Bereits 20 Minuten vor dem offizellen Beginn des Fan-Festes sind die Ersten vergriffen. Mittlerweile sind auch die ersten zwei Fernsehteams in Pähl eingetroffen. Zuletzt beim Halbfinale gegen Brasiien waren sogar TV-Stationen aus Frankreich und China mit Kamera, Mirko und Ü-Wagen in das oberbayerische Dorf gekommen.  

Weilheim, 20.07 Uhr: Die Abiturienten Bianca Walter und Manuel Thurner und ihre Deutschlehrerin haben das Gymnasium Weilheim umbenannt. Und hoffen, dass Thomas Müller Weltmeister wird.

München, 20.02 Uhr: Bemalt und mit Deutschland-Kette wollen auch Petra Stegen, Carl Neuerburg, Christoph Schmid-tannwald, Kathrin Weber im Uni-Klinikum München das Spiel verfolgen - so lange nicht allzu viel passiert. "Das letzte mal blieb während des Spiels alles ruhig", sagt Neuerburg. "Der Stress ging erst danach los. Da wurden dann ganz schön viele Betrunkene und Verletzte eingeliefert." Der Arzt hat bis morgen früh um neun Dienst.

München 19.11 Uhr: Einen letzten schnellen Einkauf haben die Amerikaner Molly und Brad gerade in einem Souvenirladen an

Die Amerikaner Molly und Brad sind absolute Deutschland-Fans.

Bayerstraße gemacht. Warum? "Weil wir total für Deutschland sind, haben wir uns diese beiden T-Shirts gekauft", sagt Molly. Traurig, dass Amerika nicht mehr dabei ist, sind sie nicht. "Es ist hier einfach eine viel größere Sache."

München, 18.59 Uhr: "Während des Spiels muss ich zwar nicht fahren, aber die ganze Zeit davor und danach", sagt Taxifahrer

Helmut. "Weil ich so kurzfristig eh nirgends einen Platz in einer Kneipe finde, werde ich mir das Spiel wohl im Radio anhören." Seine Schicht geht heute noch bis in die frühen Morgenstunden.

München, Hauptbahnhof, 18.41 Uhr:  Meikel Engelmann wird das Spiel nicht verpassen, obwohl er heute Abend arbeiten muss.

Denn bei Yormas im Bahnhof ist ein Fernseher aufgebaut - und da wird der Bahnbeamte ab und zu hinüber linsen. "Beim Halbfinale habe ich auch schon gearbeitet", sagt er. "Sonderlich gestört hat mich das nicht."

München, 18.11 Uhr: Simon, Tina, Daniela, Carina, Simone, Daniel, Sandra, Martin und Denise fiebern im Biergarten am

Nockherberg mit. Ihren Platz verteidigen sie seit halb 5.

München, 17.45 Uhr: Im Pressehaus an der Paul-Heyse-Straße, in dem die Redaktionen von Münchner Merkur, tz und Munich

Online untergebracht sind, ist derweil schon ganz klar, wer sich das Teil heute holt: Pförtner Alexandru Martini richtet sich mit dem WM-Pokal schon seinen Arbeitsplatz ein - denn obwohl er, wie viele andere auch, arbeiten muss, will er das Spiel nicht verpassen.

Garmisch-Partenkirchen, 17.42 Uhr: Konrad und Karin Pötzel aus Garmisch sind erst vor einer Woche aus Rio zurück gekommenund haben dort die WM genossen. Sie freuen sich schon darauf, dass die deutsche National-Elf heute nach Rio zurückkehrt, um dort den 4. Stern zu holen.

München, 16.24 Uhr: Heute sind Adriane, Geraldine und Celine und Celine ganz in Schwarz-rot-gold gekleidet und das, obwohl die vier gebürtige Französinnen sind. Schon die ganze WM über stehen die jungen Frauen auf Deutschlands Seite. "Sogar beim Spiel

gegen Frankreich habe ich für Deutschland getippt", sagt Adriane. Sie und ihre Freundinnen leben schon seit fünf Jahren in München und schauen am Sonntag das Spiel zusammen mit Markus und Peter im Hirschgarten an. Schon seit 15 Uhr sitzen sie hier, doch das Warten hat sich gelohnt: Die Freunde haben Plätze direkt vor der Leinwand ergattert. Um 16.38 Uhr gibt es noch ein paar freie Plätze im Hirschgarten.

München, 15.49 Uhr:  Noch haben Holly, Alina, Benjamin, Markus und

Nils keine Karte für das Public Viewing im Olympia-Stadion, obwohl sie extra aus Tussenhausen im Allgäu angereist sind. "Eine Stunde braucht man mit dem Zug", sagt Holly. "Wir kommen schon irgendwie rein. Notfalls heimlich", meint Benjamin. Einen Plan B haben die Freunde nämlich nicht. 

Fürstenfeldbruck, 15.42 Uhr: Voller Vorfreude holt sich Leser

Heribert den richtigen Appetit auf das Finale heute Abend.

München, 15.10 Uhr: Sie wollen die Ersten sein: Schon seit um 13

Uhr stehen die Freunde Sebastian, Julia, Alexandra, Lucien, Soraya, Theresa, Theresa Emily und Anna (von links nach rechts) vor der Muffathalle, um die besten Plätze zu ergattern.

München, 15.05 Uhr: Die Vorbereitungen für das große Spiel laufen

auf Hochtouren. Sebastian und Julia schminken sich schon Schwarz-Rot-Gold.

München, 14.45 Uhr: Noch genießen Julia (links) und Victoria die Sonne. Die beiden sind schon ganz gespannt auf das Spiel. "Ich habe sogar geträumt, dass ich vom Feiern direkt zur Arbeit gehe", sagt Julia. Sie ist für ein Praktikum nach München gekommen.

München: Wo es beim Public Viewing noch Plätze gibt

München, 14.52 Uhr: Marvin (links) ist extra von Istanbul nach

München geflogen, um mit seinen Freunden Thomas und Christopher das Spiel anschauen zu können. "In der 80. Minute vom letzten Spiel habe ich das ticket gebucht", sagt er. Heute Abend schauen sie zuhause, aber ihre Wohnung ist ganz in der Nähe der Leopoldstraße.

München, 14.27 Uhr: Für Fußball interessiert sich Patrick normalerweise nicht. Doch die WM verfolgt er. Heute Abend will er das Spiel am Ammersee schauen, wenn das Wetter hält, sogar unter freiem Himmel. Viele seiner Surfer-Kollegen interessiert das Spiel überhaupt nicht. Sie wollen heute Abend wieder zum Eisbach kommen.

München, 14 Uhr: Flaggen aller 32 Länder, die bei der WM

mitmachen, hat Nawazkhan Sarhadi auf sein Auto montiert. Weil er aber hofft, dass Deutschland gewinnt, ist die schwarz-rot-goldene Fahne am größten. Heute Nacht wird er der deutschen Mannschaft in Schwabing drücken.

Ines und Alex

München, 13.52 Uhr:  Noch ganz entspannt liegen Sebastian und Ines in der Sonne. Später wollen sie das Spiel in der TU ansehen.

Dana und Markus

München, 13.48 Uhr: Dana und Markus treffen sich zwei dreimal in der Woche zum Kickern. Später schauen die beiden das Spiel im olympiapark. Ihr tipp: 3:1 für Deutschland.

Pähl, 12.10 Uhr:  Thomas Müller hat dieses Funkeln in den Augen. "Longline, spiel ihn doch Longline", schreit einer. Was macht Müller? Der zimmert den Tennisball mit atemberaubender Präzision Longline zum Sieg ins Feld. Ja, so oder so ähnlich war das vor 10 Jahren. Franz Sedlmair erinnert sich gerne an diese Zeit. Der Jugendleiter der Pähler Tennisabteilung sitzt am Sportzentrum in Pähl: Damals, als Thomas Müller noch das Racket schwang, wie heute, wenn die U14 des TSV Pähl gegen Landsberg spielt. "Alles, was mit einem Ball zu tun hatte, hat er perfekt beherrscht", sagt Sedlmair über den jungen Thomas Müller. Irgendwann aber war Schluss beim TSVP. Der FCB rief. Gut so. Sonst würden Sedlmair und die Tennisabteilung heute nicht mitfiebern. Im Vereinsstüberl erinnert übrigens noch ein Bild von Thomas Müller in Tennismontur an den omnipräsenten Helden. Danach geht's für Sedlmair und den Tennis-Nachwuchs ins PGZ, um den Sieg zu feiern. Da ist Sedlmair sicher: "4:1 - und der Thomas trifft zweimal."

Pähl, 10 Uhr:  Ganz Pähl ist leer. Noch haben sich keine TV-Übertragungswagen auf den Weg in Thomas Müllers Heimatgemeinde gemacht. Noch läuft hier keiner mit Deutschland-Trikots und der Nummer 13 auf dem Rücken durch den Ort. Noch ist Pähl wie ausgestorben. Ganz Pähl? Nein. Vor dem Pfarr- und Gemeindezentrum (kurz PGZ), wo am Abend mehr als 1000 Pähler zum Public Viewing erwartet werden, haben sich die ersten Fußball-Fans versammelt. Nicht mehr als 50 sind es und die typische Fußball-Klientel ist es auch nicht: Eher ältere Damen, die gerade vom Gottesdienst aus der Pfarrkirche St. Laurentius kommen und um göttlichen Beistand für das Finale gebetet haben. An so einem Tag ist in Pähl eben jeder Fußball-Fan.

Bäumlisberger/Mayr

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