Regel-Chaos

Verwirrung komplett: Münchner Fitness-Kette lässt Studios geöffnet - und macht jetzt doch Kehrtwende

Fitnessstudio
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Um die Öffnung von Fitnessstudios gab es Verwirrung (Symbolbild)

Fitnessstudios dürfen coronabedingt nicht öffnen, das stellte das Gesundheitsministerium am Mittwoch klar. Doch Fitness First hatte am Donnerstag geöffnet - und äußert sich nun dazu.

Update vom 14. Mai, 11.18 Uhr: Einige Fitnessstudios in München öffneten am Mittwoch ihre Türen. Das body+soul verkündete noch am selben Tag die erneute Schließung. Das Gesundheitsamt hatte zuvor klargestellt, dass Fitnessstudios nicht öffnen dürfen (siehe Erstmeldung). Am gestrigen Donnerstag verkündete eine Bandansage nach einem Anruf bei der Kette Fitness First „super Nachrichten.“ Demnach hätten die Studios in München geöffnet. Eine Anfrage bei dem Unternehmen blieb zunächst unbeantwortet, doch nun äußerte sich die Kette zu der Thematik.

„Fitness First hat seine Clubs in München im Einklang mit der Allgemeinverfügung der Stadt München am Mittwoch, den 12. Mai 2021, wieder geöffnet – da laut der Verfügung ab diesem Zeitpunkt auch Sport in Innenräumen erlaubt sein sollte. Am Donnerstag, den 13. Mai 2021, erreichte uns im Laufe des Tages die Nachricht, dass wir den Clubbetrieb in München an diesem Tag wieder einstellen müssten – was wir daraufhin auch getan haben“, heißt es. „Wir stehen hierzu weiterhin in einem engen Austausch mit den Behörden und hoffen, dass wir unsere Mitglieder schnellstmöglichst wieder bei uns zum Trainieren begrüßen können.“

„Super Nachrichten“: Münchner Fitness-Kette lässt Studios geöffnet - obwohl die Regeln ganz anders lauten

Update vom 13. Mai, 11.20 Uhr: Fitnessstudios in Bayern dürfen nach wie vor nicht öffnen. Das stellte das Gesundheitsministerium am Mittwoch klar. Zuvor hatte die Body+Soul-Kette ihre Studios geöffnet (siehe Erstmeldung). Auch die Studios der FitnessFirst-Kette hatten am Mittwoch geöffnet. Während das Body+Soul kurz nach der Mitteilung des Gesundheitsministeriums verkündete, wieder zu schließen, läuft es bei FitnessFirst offenbar anders.

Auch am Donnerstag haben die Studios der Kette in München geöffnet. Ruft man dort an, springt direkt eine Bandansage an, die „super Nachrichten“ verkündet. „Wir können die ersten FitnessFirst-Clubs wieder eröffnen“, heißt es dort. Auch auf der Website ist zu lesen, dass die Studios in München geöffnet sind. Eine Bitte um Stellungnahme vom Mittwoch blieb (Stand 13. Mai, 11.20 Uhr) unbeantwortet.

Münchner Fitness-Kette öffnet einfach - und muss Stunden später dicht machen: „Wir sind geschockt“

Update vom 12. Mai, 13.05 Uhr: Rolle rückwärts! Noch am Vormittag verkündete Body+Soul, dass die Fitnessstudios der Kette geöffnet haben. Der zugehörige Instagram-Post ist mittlerweile nicht mehr zu finden. Stattdessen schreibt das Unternehmen zu einem neuen Foto: „Die Landesregierung hat mit einem Erlass von heute leider die bisher bindende Allgemeinverfügung für die Nutzung von Fitnessstudios ausgehebelt. Wir sind geschockt und voller Unverständnis aufgrund der kurzfristigen Änderung der klaren Regelung und Kommunikation, die bis zum gestrigen Tage sowohl von der Stadt München als auch von den Landkreisen München und Erding uns gegenüber getätigt wurden“, heißt es.

Die Center werden deshalb umgehend geschlossen. „Wir haben von unserer Seite alles getan um die Erfüllung aller behördlicher Auflagen für eine sichere Wiedereröffnung zu gewährleisten“, versichert Body+Soul.

Münchner Fitnessstudios öffnen einfach - obwohl bayerisches Ministerium klare Regel-Ansage macht

Erstmeldung vom 12. Mai, 11.29 Uhr: München - Die Corona*-Regeln sind nicht immer einfach zu durchschauen. Bereits am Wochenende hatte es in München Verwirrung gegeben, nachdem die Stadt angekündigt hatte, die Außen-Gastronomie bereits ab Dienstag öffnen zu wollen. Das Gesundheitsministerium genehmigte die Erleichterung der Corona-Auflagen auch offiziell - allerdings erst ab Mittwoch (12. Mai).

Corona in Bayern: Regelverwirrung um Fitnessstudios

Nun gab es erneut Verwirrung, denn am gestrigen Dienstag kündigten einige Fitnessstudios in München* an, ab Mittwoch wieder öffnen zu wollen. Grund war, dass die Stadt am Montag bekannt gegeben hatte, dass kontaktfreier Sport im Innenbereich ab Mittwoch wieder möglich ist. Doch noch am Dienstag stellte Oliver Platzer, Sprecher des Bayerischen Innenministeriums, klar: „Der Öffnungszeitpunkt für Fitnessstudios steht noch nicht fest.“*

Patrick Neser, der das SoulPlus in Giesing* leitet, erklärte dazu: „Gerade ist alles äußerst schwierig, weil wir immer noch nicht wissen, wann wir öffnen dürfen.“ Das Gesundheitsministerium verwies da noch auf Anfrage der Betreiber aufs städtische Kreisverwaltungsreferat, das wiederum auf die Paragrafen des Infektionsschutzgesetzes. Osman Schenk, Betreiber des SoulPlus: „Wir richten das Studio natürlich wieder her, wissen aber nicht, wann wir öffnen dürfen…“

Dementsprechend zerknischt gab sich das SoulPlus auf Instagram*. Am Mittwochmorgen war dort zu lesen: „Leider können wir euch aktuell noch keine Auskunft über unsere Öffnung geben. Wir stehen im Kontakt mit den Behörden und warten auf Antworten.“

Corona in Bayern: Body+Soul-Fitnessstudio in München öffnet trotz Regel-Verwirrung

Bei der Kette Body+Soul sah man das offenbar anders. Am Mittwochmorgen wurde dort ein Bild eines Fitnessstudios gepostet, darauf groß zu lesen: „Wir haben geöffnet.“ In dem Post erklärt die Kette, dass „die Verwirrung rund um Eröffnungen von Fitness Centern in und um München“ groß sei. Das Unternehmen stellte aber klar: „Unsere Center sind geöffnet.“ Das Body+Soul bezieht sich auf die Allgemeinverfügung der Stadt München vom 10. Mai. Demnach sei kontaktfreier Sport im Innenbereich explizit erlaubt - „und dies ist für uns bindend“, ist auf Instagram zu lesen. Auf telefonische Nachfrage bestätigte Body+Soul, dass seit sechs Uhr trainiert wird, aber: „Die Auslastung ist ziemlich gering.“

Der Beitrag von Body+Soul auf Instagram. Er ist mittlerweile gelöscht.

Body+Soul in München öffnet: Ministerium mit Stellungnahme zu Fitnessstudios in Bayern

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums stellte auf Merkur.de-Nachfrage nun klar: „Für den Bereich einer 7-Tage-Inzidenz* von bis zu 100 sind der Betrieb und die Nutzung von Fitnessstudios gemäß § 11 Abs. 5 Satz 2 2. HS der 12. BayIfSMV nur unter freiem Himmel und für die in § 10 Abs. 1 Satz 1 der 12. BayIfSMV genannten Zwecke zulässig.“ Und weiter: „Eine weitergehende Öffnung im Rahmen von § 27 Abs. 1 Nr. 3 und § 27 Abs. 2 Nr. 3 der 12. BayIfSMV ist aufgrund der speziellen Regelung des § 11 Abs. 5 der 12. BayIfSMV ausgeschlossen.“

Eine Begründung liefert das Ministerium auch gleich mit: „Da im Indoor-Bereich neben den Tröpfchen die möglichen Aerosolanreicherungen ausschlaggebend für das Ansteckungsrisiko sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektionsübertragung insbesondere von der Größe des Raumes, der Anzahl der Menschen, der Dauer des Aufenthaltes, der Intensität der körperlichen Aktivität und den Lüftungsmöglichkeiten abhängig. Fitnessstudios werden tendenziell von vielen Personen gleichzeitig besucht, die Aufenthaltszeiten sind nicht begrenzt, regelhaft wird eher intensive körperliche Aktivität ausgeübt und es besteht eine stärkere Fluktuation der Personen im Raum. Daher ist im Innenbereich von Fitnessstudios von einem höheren Infektionsrisiko auszugehen als im Indoor-Bereich von Sportanlagen, in denen kontaktlose sportliche Aktivitäten ausgeübt werden.“

Der Instagram-Post von Body+Soul ist derweil nicht mehr auffindbar - eine Stellungnahme der Fitnessstudio-Kette auf die Aussage des Ministeriums steht noch aus.

(kam) *Merkur.de/bayern und *tz.de/muenchen sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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