Oberbayer stirbt auf der Piste

Florian (19): Tödlicher Zusammenstoß mit Snowboarder

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Steile Abfahrt: Der italienische Rettungsdienst beklagt, dass hier immer wieder zu schnell gefahren wird.

München - Den schwärzesten Tag in der Vereinsgeschichte erlebte der Ski-Club Au (Kreis Rosenheim) am Sonntag: Florian R., Mitglied und Vereinskilehrer, verunglückte tödlich bei einer Abfahrt.

Die Piste Spinale: Hier war Florian R. am Sonntag mit dem Ski-Club Au unterwegs.

51 Schneebegeisterte waren nach Madonna di Campiglio (Italien) aufgebrochen. Nur 50 kamen zurück. Der 19-jährige Florian war gegen 13 Uhr auf der Piste Spinale unterwegs. Hinter einer Kuppe war Augenzeugenberichten zufolge ein Snowboarder aus Lettland gestürzt. Dieser wollte sich gerade aufrichten, als Florian mit seinen Skiern dieselbe Kuppe passierte. Er konnte den Letten nicht sehen und es kam zum Zusammenstoß. Für Florian kam jede Hilfe zu spät. Der 19-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle, laut Gendarmerie hat er sich wohl das Genick gebrochen. Der überlebende Snowboarder wurde von Rettungskräften per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen.
Durch die Feuerwehr erfuhr die Familie zu Hause in Au von dem Unglück. „Der schlimmste Tag in unserem Leben“, so Mutter Sabine R. gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt. Vor allem die Geschwister könnten die Tragödie nicht fassen. Eigentlich wollte Florians Bruder auch mit auf den Ausflug – doch er hatte keinen Platz mehr bekommen. Florian hatte Pläne, sagt seine Mutter: „Er wollte heuer nach Thailand reisen.“

"Die endlose Frage nach dem Warum"

Jetzt wartet die Familie darauf, dass die italienischen Behörden den Leichnam des Sohns freigegeben und die Überführung erfolgen kann. In dieser schweren Stunde erfährt die Familie Rückhalt und Unterstützung von allen Seiten. Verwandte, Freunde und Nachbarn sind da. Auf der Homepage des Skiclubs heißt es: „Es ist sehr schmerzhaft, einen Menschen viel zu früh zu verlieren. Aber der Tod ist nur ein Grenzstein des Lebens. Der Ausflug des Ski-Club Au ist überschattet von einem tragischen Unfall. Der Ski-Club Au bleibt zurück mit Tränen der Trauer, Verzweiflung und der endlosen Frage nach dem Warum. Wir trauern mit der Familie um unser Mitglied Florian.“

Gegen 23 Uhr kamen die Auer Ausflügler am Sonntag zurück. Empfangen wurden sie vom Kriseninterventionsteam. „Hier erfolgte die erste seelsorgerische Betreuung“, sagt Ski-Club-Vorstand Stefan Stahl. Freunde und Familie würden auch weiterhin betreut. Stahl selbst war vor Ort und erledigte mit weiteren Mitgliedern die notwendigen Formalitäten mit der Polizei. Dienstag soll es ein Gedenken an Florian geben, der in zwei Wochen seinen 20. Geburtstag gefeiert hätte. Dazu will – sofern sie sich stark genug fühlt – auch die Familie kommen.

Silvia Mischi

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