Ermittler sind zuversichtlich

Fall Monika Frischholz: Wird der Fall nach 43 Jahren gelöst?

+
Grabungen nach Mädchenleiche

Aufgrund neuer Hinweise rollt die Polizei den Fall Monika Frischholz neu auf - sie ist vor 43 Jahren spurlos verschwunden.

Flossenbürg - Was passierte am 25. Mai 1976 in Flossenbürg? Diese Frage beschäftigt Ermittler bereits seit 43 Jahren. An jenem Tag verschwand die 12-jährige Schülerin Monika Frischholz spurlos, ist seither wie vom Erdboden verschluckt. Über die Jahrzehnte ist es ruhig geworden um den Fall, der ganz Deutschland bewegte. 

Bis Dezember 2018. Da klingelte bei der Polizei das Telefon. Ein Zeuge brachte durch einen neuen Hinweis Licht in die Sache, deutete auf einen Tötungsdelikt hin. Demnach konnte der Fußweg, den sie vor ihrem Verschwinden gegangen ist, ein Stück weiter nach verfolgt werden als bisher. So sei sie angeblich über die Floßerstraße bis zur Abzweigung nach Waldkirch gegangen - erst hier verliert sich jetzt ihre Spur. Detaillierte Infos zu dem neuen Hinweis gibt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht bekannt. Allerdings schien er so brisant zu sein, dass die Polizei die neue Ermittlungsgruppe Froschau ins Leben rief. 

Suche nach vermisster Schülerin Monika Frischholz geht weiter

Fall Monika Frischholz: Es wird gegraben und getaucht

Demnach hätte die Polizei mit 50 Personen Kontakt aufgenommen, teilweise seien das auch Zeugen, die schon damals befragt wurden. Einige aber auch erstmalig. Die Beamten wälzen seither alte Akten, Dokumente und Zeugenaussagen. Sie machten schnell einen möglichen Fundort aus: Aus einer Kombination aus früheren Zeugenaussagen und neuen Hinweise haben die Ermittler mindestens zwei Stellen in der Oberpfalz ermittelt, an denen seit Mitte April gegraben wird. Zutage gefördert wurde aber statt einer Mädchenleiche ein alter VW-Käfer sowie Klamotten und Tierknochen.

Auch in einem Weiher suchten Taucher nach den Überresten des Mädchens. Spezialisten wechselten sich ab, der Einsatz galt aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse als schwierig. Gefunden wurde leider nichts. Aber die Grube voll mit Regen- und Grundwasser kann nun als Ablegeort ausgeschlossen werden. 

Fall Monika Frischholz: Ermittler sind zuversichtlich

Suche nach vermisster Schülerin Frischholz geht weiter

Die Ermittler sind zuversichtlich, dass der Fall gelöst werden kann. „Wir sind aufgrund unserer Ermittlungsarbeit und der heute gegebenen Techniken und Methoden zuversichtlich, auch nach der langen Zeit, den Ablageort von Monika Frischholz zu finden!“, so Oberstaatsanwalt Bernhard Voit gegenüber oberpfalzecho.de.

Anfang Februar 2019 ist nach Polizeiangaben der letzte Angehörige der Schülerin, ihr Bruder, gestorben. „Die Ermittlungen waren für ihn und die Familie stets belastend, dennoch war der Wunsch nach Aufklärung, bis zuletzt ungebrochen gegeben.“

Fall Monika Frischholz: Was passierte am 25. Mai 1976?

Mit dieser Grafik hat die Polizei nach der Vermissten gefahndet.

Der 25. Mai 1976 war ein schöner Frühlingstag. Der kleine Ort bereitete sich auf Christi Himmelfahrt in zwei Tagen vor. Auch bei der Familie Frischholz wird dem Feiertag entgegen gesehnt. Monika Frischholz, zwölf Jahre alt, saß nach dem Mittagessen mit ihrem Vater Willi Frischolz in der Küche an den Hausaufgaben. Er ist Pensionist. Ihre Mutter Ernestine, Hausfrau, spülte ab. Monika ist die jüngste von drei Geschwistern. Um kurz nach 15 Uhr verlässt das junge Mädchen, 1,60 Meter groß, mittelschlanke Figur, brünetter Haarschopf, ihr Elternhaus im Stieberweg in Flossenbürg. Sie sollte nie wieder zurückkehren.

Sie traf sich gegen 15.30 Uhr mit zwei Freundinnen im Ortskern des kleinen Dörfchens in der Oberpfalz. Sie tratschten über neuen Klatsch, der im Ort die Runde machte.  Es ging auch um Jungs. Augen hatte Monika für den Schlosser Paul, 18 Jahre alt. Über einen anderen Jungen ließ sie ihm ausrichten, dass sie ihn in Floß, einem sechs Kilometer entfernten Nachbarort, treffen möchte. Zu Fuß ist man eine gute Stunde unterwegs. Diese Nachricht erreichte Paul, der nicht sonderlich interessiert an ihr war, aber nie. 

Fall Monika Frischholz: Zeugin sah sie zum letzten Mal in der Floßerstraße

Eine Zeugin sah am Nachmittag, wie Monika in der Floßerstraße in Richtung des Ortes unterwegs war. Es ist das letzte Mal, dass das Mädchen lebend gesehen wird. Seit 43 Jahren ist das Verschwinden von Monika ein Rätsel, das ganz Deutschland bewegt. Kein Lebenszeichen, kein Fund, nichts deutete auf den Verbleib der 12-Jährigen hin.

Gerüchte gab es zahlreiche. Ein unbekannter Autofahrer soll sie angesprochen haben in Floß in einem zitronengelben Opel Kadett. Diese Aussage sollte sich später allerdings als falsch herausstellen. Auch das Monika in einem nahe gelegenen Steinbruch vergraben wurde, konnten die Ermittlungen nicht bestätigen.  

Ein Jahr später, 1977, berichtete die beliebte Fernsehsendung Aktenzeichen XY ungelöst über die Vermisste. Gefunden wurde sie trotzdem nie.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Da geht einem die Hutschnur durch!“ - Feuerwehr findet deutliche Worte zu lebensmüdem Surfer
„Da geht einem die Hutschnur durch!“ - Feuerwehr findet deutliche Worte zu lebensmüdem Surfer
Ex-Radprofi und Frau tot aufgefunden: Ermittler äußern schrecklichen Verdacht - Obduktion abgeschlossen
Ex-Radprofi und Frau tot aufgefunden: Ermittler äußern schrecklichen Verdacht - Obduktion abgeschlossen
Gastwirte unterschlagen Trinkgeld: Diese Strafe erhalten sie jetzt
Gastwirte unterschlagen Trinkgeld: Diese Strafe erhalten sie jetzt
Reichsbürger baut Erdbunker und versteckt sich monatelang mit Kindern - Festnahme
Reichsbürger baut Erdbunker und versteckt sich monatelang mit Kindern - Festnahme

Kommentare