Lage eskaliert

Flüchtlinge: Katz und Maus mit der Polizei

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Der Flüchtlingsmarsch in Cadolzburg bei Nürnberg. Auch Kirchen und Grüne kritisieren die nach der Genfer Konvention verbotene Residenzpflicht

Ámberg - Zwei Gruppen von Asylbewerbern liefern sich derzeit ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei quer durch Bayern. Es gab bei Zwischenfällen bereits Verletzte.

 Sie marschieren seit Dienstag von Würzburg und Bayreuth Richtung München, weil sie gegen die bayerische Asylpolitik demonstrieren – vor allem gegen die nur in Bayern und Sachsen gültige Residenzpflicht. Diese verbietet Asylbewerbern, den Bezirk zu verlassen, in dem sie untergebracht sind.

Bei ihrem Protestmarsch verstoßen die Asylbewerber naturgemäß gegen diese gesetzliche Auflage. Die Polizei stoppte die Flüchtlingsmärsche vergangene Woche schon vier Mal in Franken und schickte 21Asylbewerber in ihre Unterkünfte zurück. Einer wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen. Doch die Flüchtlinge kehrten immer wieder zu ihren Zügen zurück. Am Samstag eskalierte die Lage, als die Polizei den Zug bei Amberg stoppte. Die Demonstranten hakten sich unter und setzten sich auf den Boden. Die Polizei trennte sie mit Gewalt. Zwei Flüchtlinge wurden dabei leicht verletzt, 19 wurden über Nacht festgenommen. 13 Teilnehmer wurden wegen Widerstands angezeigt, acht wegen Verstöße gegen ihre Residenzpflicht.

Johannes Welte

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