Bayernkaserne hoffnungslos überfüllt

Flüchtlinge ziehen nach Garmisch

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Der ehemalige US-Army-Komplex in Garmisch-Partenkirchen nimmt ab diesem Wochenende Flüchtlinge auf, die gerade in Bayern angekommen sind.

München - Ab Samstag sollen Flüchtlinge auch nach Garmisch-Partenkirchen gebracht werden. Wohin genau? In den General Abrams Complex – eine ehemalige US-Kaserne.

Sie platzt längst aus allen Nähten, die Bayernkaserne im Münchner Norden. Seit Wochen müssen Flüchtlinge dort in Garagen und Hallen schlafen. Teils können die vielen Asylbewerber nicht einmal mehr ärztlich untersucht werden. Chaotische Zustände. Doch jetzt gibt es etwas Luft für die Erstaufnahmeeinrichtung in Freimann (Kapazität 2200 Menschen). Ab Samstag sollen Erstankömmlinge auch nach Garmisch-Partenkirchen gebracht werden. Wohin genau? In den General Abrams Complex – eine ehemalige US-Kaserne.

Am Samstag um 6 Uhr muss die Anlage, die die US Army Ende August endgültig verlassen und an den Bund übergeben hatte, Asylbewerber aufnehmen können. Und zwar immerhin gut 300 Menschen. Schon um 11 Uhr sollen Busse mit Flüchtlingen aus München nach Garmisch-Partenkirchen rollen – um die Bayernkaserne und ihre Dependancen als Erstaufnahme-Einrichtung zu entlasten. Derzeit kommen täglich rund 100 Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof an. „Wir, also Regierung, Landkreis und Gemeinde, müssen unserer sozialen Verantwortung hier nachkommen“, sagte Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). „Ich werbe jedenfalls dafür, hilfesuchende Menschen im Rahmen unserer Möglichkeiten aufzunehmen. Das muss uns jetzt gelingen.“ Dabei vertraut sie fest auf die Zusage von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, dass die Anlage nur vier Wochen belegt wird. Solange halt, bis sich die Zustände in München beruhigt haben.

Wie die tz berichtete, wird in der Landeshauptstadt weiterhin verzweifelt nach Unterkünften gesucht. So sollen bald unter anderem im Südosten Münchens mehrere große Häuser bereitstehen. In diesem Zusammenhang hat die Stadtratsfraktion der Grünen/Rosa Liste beantragt, Informationsveranstaltungen für die Münchner in den jeweiligen Stadtvierteln zu veranstalten. Damit diese nicht abgeschreckt werden, es zu einem friedlichen Miteinander zwischen Bürgern und Asylbewerbern kommt.

Übrigens: Derzeit sind auch gut 250 minderjährige Flüchtlinge in der Bayernkaserne untergebracht. Die SPD-Fraktion bittet nun jugendliche Münchner, sich ein bisschen um die Kinder zu kümmern. Heißt: Mit ihnen Sport zu treiben, zu spielen oder sich einfach auszutauschen. Wer um die 16 bis 18 Jahre alt ist und Interesse hat, kann sich unter engagement.soz@muenchen.de melden.

age/mh

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