Asylreport 2015

So viele Asylbewerber leben in den einzelnen Landkreisen

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Die Grafik bezieht sich auf den Stand vom 18. Dezember 2015.

München - Wie viele Asylbewerber leben derzeit in Oberbayern? Die tz hat die aktuellen Zahlen für fast alle Landkreise zusammengetragen.

Vor etwa einem Jahr schlug der Landrat von Rosenheim, Wolfgang Berthaler (CSU), wegen der Vielzahl von Asylbewerbern Alarm. „Unser Landkreis steht vor riesigen Herausforderungen.“ Was damals dramatisch klang, hört sich 52 Wochen später fast ein wenig übertrieben an: Denn 7000 Flüchtlinge hatten ganz Oberbayern erreicht – und dies obendrein binnen zweier Monate. Also eine Anzahl an Flüchtlingen, die an manchen Tagen im Sommer 2015 locker in 24 Stunden ankamen. 

Doch wie viele Asylbewerber leben überhaupt derzeit in Oberbayern? Der Münchner Merkur und die tz haben die aktuellen Zahlen (Stand 18.12.2015) für fast alle Landkreise zusammengetragen. Im Jahresvergleich ist dabei eines offensichtlich: die Zunahme an Menschen, an Männern, Frauen und Kindern, die untergebracht wurden. In manchen Kreisen stieg diese Zahl ums Vierfache, etwa im Landkreis München. In fast allen Kreisen legte die Anzahl der Asylbewerber noch um das Dreifache zu. Eine Verdopplung ist der untere Standard.

Hier die Landkreise im Überblick. Fast alle sind aufgeschlüsselt nach:

1 der Anzahl der Flüchtlinge
2. der Herkunft (Hauptländer)
3. dem Anteil Männer/Frauen
4. den Orten mit den meisten Flüchtlingen je 1000 Einwohner

Altötting

1. 1371 Flüchtlinge (Vorjahr: 479)

2. Länder: Afghanistan 472, Syrien 243, Nigeria 175, Eritrea 117, Irak 66, Somalia 55, Albanien 50, Pakistan 33

3. Männer (mit Minderjährigen) 60 Prozent, Frauen 40 Prozent

4. Die meisten Flüchtlinge haben Neuötting 60 je 1000, Burgkirchen 21 je 1000 und Marktl 15 je 1000

Bad Tölz-Wolfratshausen

1. 1332 Flüchtlinge (Vorjahr: 426)

2. Länder: Afghanistan 331, Syrien 279, Nigeria 109, Eritrea 142, Pakistan 72, Irak 62, Somalia 44, Mazedonien 15

3. Männer 57 Prozent, Frauen 43 Prozent

4. Die meisten Flüchtlinge haben Schlehdorf 35,2 je 1000 Einwohner; Sachsenkam 28,5 je 1000 Einwohner; Bad Tölz 27,8 je 1000 Einwohner

Berchtesgadener Land

1. 1703 Flüchtlinge (Prognose für 31.12. 2015, Vorjahr 418)

2. Länder: hauptsächlich Syrien, Afghanistan, Pakistan, Eritrea

3. keine Angaben

4. keine Angaben

Dachau

1. 1763 Flüchtlinge (Vorjahr: 664)

2. Länder: Nigeria 291, Pakistan 212, Senegal 188, Afghanistan 144, Syrien 125, Eritrea 110

3. Männer 90 Prozent, Frauen 10 Prozent

4. Die meisten Flüchtlinge haben ­Indersdorf 25,9 je 1000 Einwohner; Haimhausen 19,9 je 1000 Einwohner; Karlsfeld 14,6 je 1000 Einwohner

Ebersberg

1. 1496 Flüchtlinge (Vorjahr: 400)

2. Länder: Eritrea 243, Pakistan 141, Nigeria 139, Senegal 139, Afghanistan 110, Syrien 103, Somalia 40, Mali 42, Sierra Leone 41, Albanien 18

3. Männer 92 Prozent, Frauen 3 Prozent, 5 Prozent Kinder

4. Die meisten Flüchtlinge haben Emmering 28 je 1000 Einwohner; Kirchseeon 23 je 1000 Einwohner; Ebersberg 21 je 1000 Einwohner

Erding

1. 1169 Flüchtlinge (Vorjahr: 465)

2. Länder: Afghanistan 296, Syrien 251, Nigeria 168, Eritrea 105, Pakistan 90, Senegal 50, Albanien 33, Somalia 30, Irak 23, Kongo 19

3. Männer 70 Prozent, Frauen 30 Prozent.

4. Die meisten Flüchtlinge haben Taufkirchen (Vils) 18,5 je 1000 Einwohner; Hohenpolding 16,5 je 1000 Einwohner; Wartenberg 16 je 1000 Einwohner

Freising

1. 1685 Flüchtlinge (Vorjahr: 500)

2. Länder: Nigeria 389, Afghanistan 333, Pakistan 235, Syrien 204, Eritrea 109, Somalia 78, Senegal 74, Irak 70, Mali 27, Sierra Leone 23

3. Männer 73 Prozent, Frauen 27 Prozen

4. Die meisten Flüchtlinge haben Wang 36 je 1000 Einwohner; Gammelsdorf 25 je 1000 Einwohner; Eching 24 je 1000 Einwohner

Fürstenfeldbruck

1. 1827 Flüchtlinge; mit der Erstaufnahme am Fliegerhorst sind es 3000 (nachfolgende Zahlen beziehen sich auf die 1827, Vorjahr: 837)

2. Länder: Syrien 456, Afghanistan 328, Nigeria 237, Eritrea 127, Pakistan 109, Irak 109, Westbalkan (Bosnien, Albanien, Kosovo) 109, Somalia 55

3. Männer 43 Prozent, Frauen 22 Prozent, Kinder 35 Prozent

4. Die meisten Flüchtlinge haben Fürstenfeldbruck 43 je 1000 Einwohner, Alling 17,7 je 1000 Einwohner; Mammendorf 14,8 je 1000 Einwohner

Garmisch- Partenkirchen

1. 1014 Flüchtlinge (Vorjahr: 380)

2. Länder: Afghanistan 200, Eritrea 120, Nigeria 120, Syrien 110, Somalia 60, Pakistan 50, Albanien 25, Senegal 15

3. Männer 66 Prozent, Frauen 34 Prozent, Kinder eingerechnet.

4. Die meisten Flüchtlinge haben Bad Bayersoien 42 je 1000 Einwohner; Bad Kohlgrub 39,4 je 1000 Einwohner; Oberau 31,4 je 1000 Einwohner

Miesbach

1. 1200 Flüchtlinge (Vorjahr: 360)

2. Länder: Afghanistan 159, Nigeria 149, Eritrea 133, Pakistan 120, Syrien 96, Senegal 66, Somalia 54, Mali 21, Kongo 18, Irak 15

3. Geschlechter: keine aktuellen Zahlen

4. Die meisten Flüchtlinge haben Tegernsee 52,7 je 1000 Einwohner; Miesbach 36,4 je 1000 Einwohner; Valley 15,5 je 1000 Einwohner

Mühldorf/Inn

1. 1030 Flüchtlinge (Vorjahr: 554)

2. Länder: Afghanistan 283, Syrien 177, Nigeria 93, Eritrea 90, Pakistan 90, Somalia 68, Senegal 63, Irak 25, Russland 16, Sierra Leone 12, Kosovo 11

3. Männer: 78 Prozent, Frauen 22 Prozent

4. keine Angaben

Stadt München

1. 21500 Flüchtlinge (Vorjahr: 5561)

2. Länder, in Erstaufnahmeeinrichtungen (nach Häufigkeit): Syrien, Afghanistan, Pakistan, Somalia, Eritrea, Nigeria, Albanien, Kosovo, Senegal, Mali in staatlichen Gemeinschaftsunterkünften (sortiert nach Häufigkeit): Nigeria, Afghanistan, Irak, Syrien, Eritrea, Albanien, Somalia, Senegal, Kosovo, Sierra Leone

3. keine Angaben

4. keine Angaben

Kreis München

1. 3386 Flüchtlinge (Vorjahr: 835)

2. Länder in Prozent: Afghanistan 22 %, Nigeria 13,6 %, Syrien 11 %, Senegal 10,4 %, Pakistan 8,8 %, Eritrea 7,2 %, Somalia 5,7 %, Mali 3 %, Irak 2,9 %, Sonstige 12,9 %

3. Männer 66 Prozent, Frauen 34 Prozent

4. keine Angaben

Pfaffenhofen an der Ilm

1. 1310 Flüchtlinge (Vorjahr: 400)

2. keine aktuellen Angaben

3. Männer 85 Prozent, Frauen 15 Prozent

4. Die meisten Flüchtlingen haben Geisenfeld 28 je 1000 Einwohner, Reichertshofen 18 je 1000 Einwohner und Baar-Ebenhausen 17 je 1000 Einwohner

Starnberg

1. 1713 Flüchtlinge (Vorjahr: 394)

2. Länder: Afghanistan 720, Eritrea 168, Pakistan 161, Nigeria 115, Syrien 110, Senegal 71, Albanien 68, Somalia 53, Irak 49, Mali 37

3. keine Angaben

4. Die meisten Flüchtlinge: Pöcking 27,8 je 1000 Einwohner; Feldafing 27 je 1000 Einwohner; Tutzing 23,7 je 1000 Einwohner

Traunstein

1. 1597 Flüchtlinge (Vorjahr: 593)

2. Länder: Afghanistan 464, Syrien 328, Pakistan 151, Senegal 131, Eritrea 107, Nigeria 97, Irak 64, Kosovo 12, Serbien 11, Albanien 9

3. Männer 82 Prozent, Frauen 10 Prozent, Rest Kinder

4. keine Angaben

Rosenheim Kreis

1. 2468 Flüchtlinge (Vorjahr: 820)

2. Länder: Afghanistan 534, Syrien 427, Nigeria 353, Pakistan 280, Eritrea 215, Senegal 156, Somalia 111, Irak 102, Mali 53, Sierra Leone 27

3. Männer und Buben: 77 Prozent, Frauen und Mädchen: 23 Prozent

4. keine Angaben

Rosenheim Stadt

1. 1111 Flüchtlinge (davon 736 unbegleitete Minderjährige)

2. Länder, Erwachsene: Nigeria 135, Afghanistan 82, Eritrea 24, Albanien 20, Senegal 19, Syrien 16, Pakistan 14, Mali 12; Minderjährige: Afghanistan 22, Somalia 14, Eritrea 6, Syrien 3 und Nigeria 3

Weilheim-Schongau

1. 1575 Flüchtlinge (Vorjahr: 365)

2. Länder: Afghanistan 380, Pakistan 330, Syrien 150, Nigeria 100, Eritrea 80, Iran 10, Russland 10

3. Männer: 86 Prozent, Frauen: 14 Prozent

4. keine Angaben

Es fehlen die Landkreise Eichstätt, Landsberg, Neuburg-Schrobenhausen und die Stadt Ingolstadt.

Carina Zimniok, Markus Christandl

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