Wer auch immer gewinnt: Der neue Freisinger Landrat ist gegen die 3. Startbahn

Flughafengegner im Höhenrausch

Freising - Der Ausbau des Münchner Flughafens war das dominierende Thema bei der Landratswahl in Freising.

Umso mehr stand das Ergebnis im Blickpunkt – auch bei der bayerischen Staatsregierung. Und die darf es getrost als Watschn werten. Denn mit Michael Schwaiger (37) von den Freien Wählern (27,6 %) und Christian Magerl (52) von den Grünen (26,7%)schafften es gleich zwei erklärte Gegner der 3. Startbahn in die Stichwahl – und CSU-Kandidat Josef Riemensberger (24,0) blieb auf der Strecke. Damit steht fest: Egal, wer die Wahl gewinnt, er wird sein ganzes Gewicht als Landrat in die Schale werfen, um das Projekt zu stoppen.

Was das heißt, hat die Staatsregierung schon einmal zu spüren bekommen: Im Widerstand gegen den Bau der atomaren Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf spielte in der sonst so braven Oberpfalz der Schwandorfer Landrat Hans Schuierer (SPD) eine maßgebende Rolle – als Symbol für den ungebrochenen Bürgerprotest der Region. Und schließlich begrub die CSU tatsächlich die Pläne!

„Die dritte Startbahn ist abgewählt“, jubelte Magerl denn auch schon am Sonntagabend, aber als Landtagsabgeordneter weiß er, dass schon viel erreicht wäre, wenn die Staatsregierung nach der Schlappe „ins Grübeln kommt“.

Seinen Erfolg sieht der Grüne übrigens mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Denn mit dem „Schwaiger Michi“, wie er seinen Gegenkandidaten freundschaftlich nennt, versteht er sich privat hervorragend. Da wird es nicht ganz einfach werden, bis zur Stichwahl den Wählern die Unterschiede zu vermitteln. Magerl würde die historische Sensation schon gern schaffen – und Bayerns erster grüner Landrat werden. Aber Schwaiger, bisher Bürgermeister in Marzling, darf sich wohl mehr Hoffnungen machen. Er glaubt, dass er die Stimmen von CSU und FDP einsammeln kann. Das würde reichen. Ob die Rechnung so einfach funktioniert? Bei der Stadtratswahl in Freising haben die Grünen kräftig Stimmen bei der CSU abgeräumt – und sind mit neun Sitzen nun sogar zweitstärkte Fraktion, nur ganz knapp hinter der CSU, die auch nur elf hat. Und das mitten in Bayern …

Quelle: tz

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