Tabelle: Wo am meisten Regen fiel

Der Flutatlas: Studie zeigt Hochwasser-Zahlen

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Das Regenbild für Deutschland vom 30. Mai bis 2. Juni (VERGRÖSSERN). Besonders den Süden und den Osten Bayerns traf es hart - Die Farbskala zeigt die aufsummierten täglichen Niederschlagshöhen vom 30. Mai bis 2. Juni in 1/10 Millimeter. Der Wert 2000 steht für 200 Millimeter Regen pro Quadratmeter - was wiederum 200 Litern pro Quadratmeter entspricht

München - Am Mittwoch veröffentlichte der Deutsche Wetterdienst seinen brandneuen Flutatlas. Dieser erklärt etwa, wo am meisten Regen fiel. Die tz fasst die Ergebnisse zusammen.

Das Unheil begann am frühen Nachmittag des 30. Mai: Fast in allen Teilen Bayerns begann es an diesem Tag zeitgleich zu regnen. Ohne Unterlass, und das über fünf Tage lang. Das Ergebnis war die schlimmste Hochwasserkatastrophe, die den Freistaat je heimgesucht hat.

Am Mittwoch nun veröffentlichte der Deutsche Wetterdienst seinen brandneuen Flutatlas. Auf rund 40 Seiten erklären die Experten hier ganz genau, wo am meisten Regen fiel, wie viel Wasser die Flüsse aufnehmen mussten (und letztlich nicht konnten) und inwiefern die Schneeschmelze für das Hochwasser-Drama mitverantwortlich war. Die tz fasst nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse zusammen:

- An den fünf Regentagen zu Beginn der Flut fielen in Deutschland unglaubliche 22,75 Billionen Liter Wasser. Mehr als je zuvor in diesem Zeitraum.

- In Bayern fiel nicht in Flut-Orten wie Passau oder Regensburg am meisten Regen, sondern in Aschau (siehe Tabelle unten). Dort kamen in vier Tagen 400 Liter pro Quadratmeter runter. Das sind 100 Liter pro Tag und Quadratmeter. Zum Vergleich: An einem „normalen“ Regentag misst man rund 30 Liter/qm.

Hochwasser: Die Bilder unserer Leser

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- Für den deutschen Teil des Donau-Einzugsgebietes (also Deggendorf, Plattling, Regensburg etc.) wurden für die fünf Tage Niederschläge in Höhe von 6,76 Billionen Liter gemessen. Die Schneeschmelze hat in diesem Teil zusätzlich 334 Milliarden Liter Wasser freigesetzt. Heißt in anderen Worten: Der gesamte Wasserpegel wurde durch den Schmelzprozess in den Alpen noch um rund fünf Prozent erhöht.

- Ein Grund für das Hochwasser war die Wetterlage im gesamten Mai: Da im Wonnemonat schon vor dem Dauerregen in Bayern gut 250 Prozent mehr Regen als sonst gefallen war, waren die Böden schon nass und gesättigt. Die Folge: Als am 30. Mai der Flut-Niederschlag einsetzte, lief schon nach wenigen Stunden fast das gesamte Wasser in Bäche und Flüsse.

- Der Deutsche Wetterdienst gab am Donnerstag, 30.Mai, um Punkt 16.05 Uhr die erste Flutwarnung für Regionen im bayerischen Alpenvorland heraus.

- Hauptgrund für die Hochwasserkatastrophe war „die große räumliche Ausdehnung der Niederschlagsfelder“ in Bayern, so die Wissenschaftler. Im Klartext heißt das: Fatal war nicht die hohe Regenmenge selbst, sondern dass es fast in ganz Bayern zeitgleich über Tage wie aus Kübeln schüttete.

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Die Rekordhalter: In diesen Orten fiel am meisten Regen

Stationsname Niederschlag in l/m²
Aschau – Stein 400,4
Kreuth – Glashütte 367,6
Jachenau – Tannern 317,4
Obere Firstalm/Schliersee 316,4
Marktschellenberg 283,7
Ruhpolding 279,1
Inzell 278,8
Samerberg – Geisenkam 258,0
Teisendorf – Neukirchen 246,0
Siegsdorf – Höll 229,7
Reit im Winkel 228,9
Herrenchiemsee 219,3
Stützengrün 219,1
Kiefersfelden 213,4
Die jeweilige Wassermenge fiel in 94 Stunden – vom 30. Mai bis 2. Juni
Messergebnisse: Deutscher Wetterdienst

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