Boykottdrohung

Fränkische Weinkönigin bei Deutschlandwahl ausgebootet?

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Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) schneidet mit der fränkischen Weinkönigin Kristin Langmann Trauben.

Uffenheim - Kristin Langmann (22), fränkische Weinkönigin aus Uffenheim in Mittelfranken, durfte sich zu Recht Chancen ausrechnen, zumindest die Runde der letzten sechs bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin zu erreichen. Doch sie schied schon in der Vorrunde aus, und nun schäumen ihre Unterstützer.

„Das war absolut ungerecht“, sagt Herrmann Schmitt, der Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbands, über die Vorschlussrunde. Er ist wütend auf die Jury und denkt darüber nach, ob Franken künftig überhaupt noch an der Wahl zur Deutschen Weinkönigin teilnehmen wird. Denn in der Jury ist seiner Meinung nach Rheinland-Pfalz mit Anbaugebieten wie etwa Rheinhessen, Pfalz oder auch Mosel überrepräsentiert. Es gelte deswegen bei der Wahl „Herkunft vor fachlicher Eignung“.

Als Beweis führt er auf, dass bei der Befragung von Kandidatinnen falsche Anworten akzeptiert wurden und die jungen Damen eine Runde weiterkamen. „Etwa, ob Gelatine aus Kartoffeln gewonnen wird.“ Richtig wäre Schwarte oder Tierknochen. Oder ob Maschinen- der Handlese gleichwertig sei. Auch hier sei ohne Konsequenzen falsch geantwortet worden (Handlese ist besser). Kristin Langmann habe zwar auch nicht ihren besten Tag gehabt, konnte aber nach anfänglicher Nervosität die Fragen beantworten. Dazu parlierte sie gekonnt auf Englisch. Für Schmitt ein ganz klarer Einzug ins Finale, das Freitagabend stattfand. Deswegen wollte er nach dem Ausscheiden der bayerischen Kandidatin eine Wildcard für sie.

Doch das Deutsche Weininstitut (DWI) als Veranstalter der Wahl winkte ab. Und versteht die Aufregung nicht. Jedes der 13 Anbaugebiete stelle zwei Vertreter in der Jury. Dies seien aber nur 26 von 70 Stimmen. Der größere Teil in der Jury seien überregionale Fachhändler, Sommeliers und Journalisten. Die Jury habe bewusst diese Größe, um objektiv zu bleiben. Eine Dominanz des Rheinlandes sei nicht erkennbar. Schmitt, der sich wohl vorkommt wie ein Deutscher beim Eurovision Song Contest, wenn sich Osteuropäer Punkte zuschanzen, lässt sich davon nicht beeindrucken. Er fordert: Weniger Funktionäre aus den Anbaugebieten sollten abstimmen dürfen, dafür mehr unabhängige Juroren. An der Boykott-Drohung hält er fest.

MC

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