Den Schneeberg gibt's im Internet

Zu verkaufen: Frankens höchster Berg

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Wanderer genießen die Aussicht vom Schneeberg herunter.

Wunsiedel - Frankens höchster Punkt steht zum Verkauf: Interessenten können den Schneeberg im Fichtelgebirge im Internet ergattern. Zusatzangebote gibt's auch.

Die Bundesvermögensverwaltung bietet das einst militärisch genutzte Areal am Gipfel des Schneebergs im Fichtelgebirge (Landkreis Wunsiedel) im Internet an. Bis Ende Juli könnten Interessenten Angebote für das mehr als 12 000 Quadratmeter große Gelände abgeben, sagte ein Sprecher der Behörde. Zum Angebot gehört auch der weithin sichtbare Fernmeldeturm, den die Bundeswehr zu Zeiten des Kalten Kriegs in den 1960er-Jahren errichtet hatte. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Der Schneeberg ist 1051 Meter hoch.

Naturschützer haben die Ausschreibung kritisiert. Sie forderten den Bund auf, das Gelände zu renaturieren. Schließlich sei bereits ein Teil des ehemaligen Militärareals vor Jahren zurückgebaut worden und gehöre heute zum Naturpark Fichtelgebirge, sagte Karl Paulus, Geschäftsführer des Bundes Naturschutz im Kreis Wunsiedel. Der Bund Naturschutz fürchtet, dass die Fläche in falsche Hände gelangen könnte. „Wir sehen das mit Sorge. Wir wollen keinen Rummel da oben.“ Der Schneeberg sei bewusst für Wanderer und die Natur, während am nahen Ochsenkopf touristische Attraktionen errichtet wurden.

Dort gibt es zwei Skiabfahrten und eine Sommerrodelbahn. „Das wollen wir auf dem Schneeberg nicht haben“, betonte Paulus. Gerade weil der Schneeberg kaum touristisch erschlossen wurde, ist die Natur dort weitgehend intakt. Am Schneeberg gibt es eines der wenigen Auerwildschutzgebiete außerhalb des Alpenraums.

Auf dem Gelände stehen eine Reihe von Nebengebäuden, die ebenfalls verkauft werden - etwa ein Bürogebäude, Garagen und Hallen. Die Bundesvermögensverwaltung weist zudem darauf hin, dass sich die Liegenschaft in Naturschutzgebieten befindet und eine Nutzung nur im Einklang mit den geltenden Vorschriften möglich ist.

Früher lag der Schneeberg unweit der Grenzen zu DDR und Tschechoslowakei. Nicht zuletzt deshalb war er für das US-Militär und die Bundeswehr interessant. Die Truppe wollte von dort aus die damaligen Ostblockstaaten „belauschen“. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verließen die Soldaten nach und nach das militärische Sperrgebiet.

dpa

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