In Fluss katapultiert

Frau (19) stürzt mit Auto in die Ammer

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Rottenbuch - Der lang angekündigte Wintereinbruch ist da – und hat auf den Straßen zu zum Teil schwierigen Verhältnissen geführt. Es gab mehrere Unfälle, bei einem stürzte eine 19-jährige Autofahrerin mit ihrem Wagen spektakulär in die Ammer.

Von oben strahlte – bislang – die Sonne herab, der Boden aber war schon lange eiskalt. Als dann am vergangenen Dienstag Regen- bzw. Schneefall einsetzte, wurden einige Straßen im Landkreis Weilheim-Schongau gefährlich glatt bzw. waren mit Schneematsch belegt.

Als erstes erwischte es nach Informationen der Polizei gegen 15.15 Uhr einen 19 Jahre alten Autofahrer aus Wildsteig mit seinem Wagen auf der Ortsverbindungsstraße von Perau in Richtung Hausen im Gemeindebreich Wildsteig: „Aufgrund überhöhter Geschwindigkeit auf der winterglatten Fahrbahn kam der Mann auf die linke Fahrbahn-Seite, wo es zum Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Pkw kam, der von einem 49-jährigen Wildsteiger gelenkt wurde“, berichtet Schongaus Polizeichef Rudolf Fischer.

Der junge Mann wurde bei dem Unfall schwer, aber nichts lebensgefährlich verletzt, der 49-jährige Wildsteiger erlitt bei dem Zusammenstoß leichte Verletzungen. Beide wurden ins Unfallklinikum Murnau gebracht. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden in Höhe von insgesamt 13 000 Euro.

Noch während die Polizeibeamten bei der Unfallaufnahme waren, erreichte die nächste Unfallmeldung die Einsatzzentrale: Diesmal hatte sich ein Glätteunfall bei Sachsenried ereignet. Ein 30-jähriger Autofahrer aus Kaufbeuren war mit seinem Pkw auf der Staatsstraße von Sachsenried in Richtung Stocken unterwegs. „In einer Linkskurve ist er mit seinem Auto nach rechts in den abschüssigen Graben gerutscht und wurde erst durch einen Baumstumpf gestoppt, auf den das Fahrzeug aufsetzte“, beschreibt Fischer den Unfallhergang.

Der Kaufbeurer war bei starkem Schneetreiben und teilweise überfrorenem Schneematsch laut Polizei ganz offensichtlich zu schnell unterwegs gewesen.

Der Fahrer selbst blieb bei dem Unfall unverletzt, an seinem Auto entstand jedoch ein Sachschaden von rund 10 000 Euro. Das Fahrzeug musste durch einen Kran zurück auf die Straße geholt werden.

Ebenfalls von der Straße abgekommen ist im Schneetreiben am Dienstagnachmittag gegen 15.50 Uhr ein 19-jähriger Pkw-Fahrer auf der B 17nahe Denklingen. Er überholte einen vorausfahrenden Pkw und geriet beim Wiedereinscheren nach rechts auf das Bankett. Dort übersteuerte der Pkw, rutschte nach rechts von der Fahrbahn und blieb im Acker stecken. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Der Beifahrer blieb unverletzt. Es entstand ein Sachschaden von etwa 5000 Euro.

Ähnlich erging es einem 20-jähriger Schongauer mit seinem Wagen. Er war laut Polizei gegen 16.30 Uhr auf der B 472 von Peiting in Richtung Hohenpeißenberg unterwegs. „Etwa unterhalb des Windrads kam er auf der ebenfalls winterglatten Fahrbahn ins Rutschen, der Pkw kam nach links von der Fahrbahn ab und auf einem Wirtschaftsweg neben der Fahrbahn auf der Beifahrerseite zum Liegen“, so Fischer. Dabei wurde zwar niemand verletzt, am Pkw entstand jedoch Sachschaden in Höhe von rund 8000 Euro, ein Drahtzaun im Eigentum der Straßenmeisterei Peiting wurde umgeknickt, wobei der Sachschaden auf rund 500 Euro geschätzt wird.

Ihr (vorläufiges) Ende hat die Unfallserie am gestrigen Mittwochmorgen zwischen Rottenbuch und Böbing gefunden – dafür aber um so spektakulärer. Wie die Polizei Schongau berichtet, war kurz vor 8 Uhr eine 19-jährige Rottenbucherin mit ihrem Wagen auf der Staatsstraße 2058 von Rottenbuch kommend in Richtung Böbing unterwegs. „Nach unseren bisherigen Ermittlungen kam die Rottenbucherin mit ihrem Pkw aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit auf der winterglatten Fahrbahn ins Rutschen“, berichtet Polizeikommissar Peter Nieland.

Bilder: Auto stürzt in die Ammer

Bilder: Auto stürzt in die Ammer

„Der Pkw schlitterte anschließend über die Gegenspur und touchierte im Anschluss den Pfosten eines Vorfahrtsschildes. Der Opel schoss weiter geradeaus und durchbrach eine Baumreihe, die wie eine Sprungschanze wirkte und den Corsa im weiten Bogen in die Ammer katapultierte.“ Nach etwa 20 Metern Flug und Überschlag landete der Wagen der jungen Frau auf der Fahrerseite total zertrümmert in der Ammer.

Wie durch ein Wunder erlitt die Rottenbucherin nach erstem Anschein nur mittelschwere Verletzungen und konnte sich so selbst aus dem Wrack befreien und in Sicherheit bringen. An der Straße wurde die 19-Jährige von dann Passanten angetroffen und erstversorgt.

Die Rottenbucherin wurde mit dem Rettungshubschrauber Christoph Murnau in die Unfallklinik Murnau geflogen. Für die Bergung des Fahrzeugs war anschließend die Freiwillige Feuerwehr Rottenbuch mit etwa 15 Einsatzkräften im Einsatz.

Ein weiterer Unfall hat sich am Mittwochmorgen zwischen Roßhaupten und Stötten am Auerberg ereignet. Drei Menschen sind bei dem Frontalzusammenstoß zweier Autos auf der B 16 schwer verletzt worden. Die Ursache ist bislang unklar. Die drei Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Jochen Schröder

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