Polizei jagt Alexander Renz

Frauen-Killer taucht wieder am Tatort auf

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Mespelbrunn - Die Polizei in Franken ist elektrisiert: Seit sechs Monaten wird mit Hochdruck nach dem Frauen-Mörder Alexander Renz gefahndet – jetzt gibt es erstmals eine heiße Spur.

Ein Zeugin hat den Gesuchten am Donnerstag gegen 18.55 Uhr beobachtet und zweifelsfrei identifiziert! Und zwar ganz in der Nähe des Tatorts, dem Parkplatz von Schloss Mespelbrunn, wo er am 23. Juli 2008 Carmen S., eine Mutter von drei Kindern, mit dem Messer niedergemetzelt hat.

Nach Angaben der Polizei spürte Renz wohl, dass ihn jemand beobachtete und rannte sofort los. Umgehend wurden Einsatzkräfte aus ganz Bayern zusammengezogen. Bereitschaftspolizisten durchsuchten Scheunen und Jagdhütten in der Umgebung von Mespelbrunn, weitere Hunderschaften durchkämmten die umliegenden Waldgebiete. Außerdem kontrolliert die Polizei derzeit verstärkt den Verkehr rund um die Spessartgemeinde. Koordiniert wird die Fahndung derzeit vom Feuerwehrhaus aus.

Ein undatiertes Fahndungsfoto der Polizei.

Da die Kripo davon ausgeht, dass Renz zu Fuß unterwegs ist, wurden alle Autofahrer, die in der Gegend unterwegs sind, davor gewarnt, Anhalter mitzunehmen. Denn: Renz gilt als extrem gefährlich!

Der 36-Jährige wohnte zuletzt in Heimbuchenthal, nur einen Katzensprung von Mespelbrunn entfernt – und hat möglicherweise versucht, Kontakt zu seiner Familie oder Bekannten aufzunehmen. Einzelheiten dazu wollte die Polizei aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Die Tat am 23. Juli hatte den ganzen 2200-Einwohner-Ort geschockt. Renz hatte sein Opfer, die 32-jährige Carmen S. , im Schlosshotel kennen gelernt. Dort arbeitete die Mutter von drei Kindern. Renz, der vom Hotel kleine Gelegenheitsaufträge bekam, verliebte sich wohl in die schöne Frau. Doch als er spürte, dass seine Liebe nicht erwidert wurde, kannte er keine Gnade. Er tötete die Frau mit einem japanischen Kochmesser. Anschließend raste er in seinem silbernen Opel Astra davon. Der Wagen wurde schließlich am 29. Juli in Aschaffenburg in einem Parkhaus entdeckt. Wenig später stand fest, dass Renz mit dem Zug seine Flucht fortgesetzt hat. Am Bahnhof in Aschaffenburg hatte er eine Fahrkarte nach Wiesbaden gelöst.

In den folgenden Monaten gab es immer wieder Hinweise auf vermeintliche Aufenthaltsorte des Killers, die Kripo schloss auch nicht aus, dass er sich ins Ausland abgesetzt hat. Nun die überraschende Wende: Renz ist wieder zuhause.

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Für die Polizei war der 36-Jährige schon vor der Tat kein Unbekannter. Er fiel wiederholt wegen Gewaltdelikten auf und 1993, damals war er 20 und studierte, tickte er schon einmal wegen einer Frau aus. Als seine Freundin mit ihm Schluss machte, entführte er sie nach Spanien. Das Mädchen konnte sich in Andalusien befreien und flüchten. Bei der Kidnapping-Aktion verletzte Renz die Mutter seiner Ex und sperrte sie in ihrem Keller ein. Renz gilt als intelligent, er spricht Fränkisch, sehr gewähltes Hochdeutsch sowie Englisch und Spanisch. Und er ist extrem wandlungsfähig. Er war Mitglied einer Laienschauspieltruppe – den Spessarträubern – und überfiel in historischer Kleidung Touristengruppen.

Quelle: tz

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