1,6 Millionen-Finanzspritze

Herrenchiemsee-Festspiele vorerst gerettet

München - Mit 1,6 Millionen Euro unterstützt der Freistaat Bayern die Herrenchiemsee-Festspiele von Intendant und Dirigent Enoch zu Guttenberg - und rettet sie so vor dem Aus.

Die Internationalen Herrenchiemsee-Festspiele von Intendant und Dirigent Enoch zu Guttenberg sind bis auf weiteres gerettet. Der Freistaat Bayern unterstützt das kleine Festival in Schloss Herrenchiemsee im laufenden und kommenden Jahr mit insgesamt 1,6 Millionen Euro, sagten die Minister Wolfgang Heubisch (FDP) und Markus Söder (CSU) am Freitag auf einer Pressekonferenz. Die Festsspiele seien ein „Juwel“, schwärmte Heubisch. Für den Freistaat sei es „Ehre und Verpflichtung“, sich dort erstmals zu engagieren, wobei an eine längere Förderung über den Doppelhaushalt 2013/2014 hinaus gedacht sei. Das Festival stand kurz vor dem Aus, weil der bisherige Hauptsponsor, die Deutsche Bank, nach einem Vorstandswechsel ihren finanziellen Beitrag stark zurückgefahren hatte.

Enoch zu Guttenberg will öffentliche Proben

Die im Jahr 2000 von Guttenberg gegründeten Festspiele sind Teil des kulturellen „Leuchtturmprogramms“ der Staatsregierung. Söder betonte die Ausstrahlung des Festivals auf ganz Bayern und dessen gewachsene internationale Bedeutung: „Ein genialer Ort für geniale Kunst.“ Mit dem Freistaat im Rücken solle das Festival nun „ein Ort für viele, für alle werden“ und neue Akzente setzen. Guttenberg kündigte an, die Proben für die Allgemeinheit zu öffnen. Außerdem wolle er eine Akademie für junge Instrumentalisten und Sänger ins Leben rufen, die von Künstlern der Festspiele unterrichtet würden. Dieses Projekt wolle er aus privaten Mitteln finanzieren, als „Gegenleistung und Anerkenntnis der staatlichen Hilfe“, wie er betonte.

"Krux und Chance dieses speziellen Ortes"

Der Dirigent, Kopf eines vermögenden oberfränkischen Adelshauses, reagierte damit offenbar auf Kritik der Landtagsopposition, die moniert hatte, das Festival sei zu elitär und nur einem kleinen Kreis von Kunstfreunden vorbehalten. Dass jedes Jahr nur 8000 bis 10 000 Karten aufgelegt werden könnten und die Festspiele regelmäßig schon zwei Tage nach Vorverkaufsbeginn ausverkauft seien, nannte Guttenberg bedauerlich, aber angesichts des begrenzten Platzangebots im Schloss und der Klosterkirche auf Frauenchiemsee nicht zu ändern. „Das ist die Krux und gleichzeitig Chance dieses speziellen Ortes.“ An Freiluftkonzerte oder ein Public Viewing denkt Guttenberg nicht. Dies werde dem genius loci und seinem eigenen Anspruch an „beste Qualität“ nicht gerecht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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