36-Jährige auf Plantage umgebacht

Freund tötet Partnerin: Spielte er die Tat vorher durch?

Regensburg - Am 27. November vergangenen Jahres wurde aus dem Spiel "Criminal Case" im Internet tödlicher Ernst – und aus Uwe M. selbst ein Verbrecher. Er tötete seine Partnerin.

Ein regelmäßiges Einkommen hatte Hausmeister Uwe M. (35) seit Monaten nicht mehr, er hauste auf der Schattenseite der Regensburger Seidenplantage in einer heruntergekommenen Gartenlaube ohne Toilette – doch mit Hingabe spielte er Mörderfangen im Internet. Am 27. November vergangenen Jahres wurde aus dem Spiel Criminal Case tödlicher Ernst – und aus Uwe M. selbst ein Verbrecher.

Vor dem Landgericht Regensburg gestand der Arbeitslose gestern jedenfalls, seine Lebensgefährtin Susanne V. (36) mit einem sieben Kilo schweren Eisenriegel erschlagen zu haben. Ein Motiv konnte er nicht nennen, er berief sich auf Erinnerungslücken. Doch immerhin räumte er ein, nach dem Mord einkaufen gewesen zu sein, im Internet nach dem Begriff „Todesstarre“ gesucht und der Toten eine SMS geschickt zu haben. Wollte er sich damit selbst ein Alibi verschaffen?

Es ist ein mysteriöses Verbrechen, das Richter Werner Ebner nun aufzuklären hat. Uwe M. will sich nur an die Stunde vor der Tat erinnern: Er war bummeln in der Stadt, kam aber ohne die vollmundig per WhatsApp versprochene Überraschung für seine Freundin zurück. „Das nahm sie zum Anlass, sich zu beschweren“, so Verteidiger Thomas Winkelmeier. Danach hielt sie ihm noch vor, die Hütte nicht aufgeräumt zu haben und sich finanziell nicht genügend zu beteiligen.

Als Stunden später die wegen Hilferufen einer Frau alarmierten Polizisten auf das Grundstück stürmten, sagte M. bloß: „Dann ist sie hinaus. Und dann bumm … aus!“ Mit der Zeit wurden seine Erinnerungen präziser, beim Ermittlungsrichter schilderte M.: „Sie hat über ihre Arbeit gejammert, was mich genervt hat. Sie wollte bieseln, jeder hat seine eigene Stelle im Garten.“ Susanne V. war schon fast fertig, als ihr Partner hinterherkam: „Eigentlich wollte ich auch nur bieseln, bin ihr hinterher, sehe dann den Querriegel, nehme ihn und gehe auf sie zu und schlage zu.“

Staatsanwalt Marcus Lang sieht das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, weil M. sie von hinten erschlagen habe. Das bestritt M. in früheren Vernehmungen: „Wir hatten Augenkontakt.“ Sie soll noch gerufen haben „Spinnst jetzt?“ Auffällig: Als die Polizisten ihn festnahmen, deutete er auf eine Plane und sagte „da liegt meine Ex-Freundin“. Hatte es also einen Beziehungskrach vor der Tat gegeben? Zumindest ließ sich Uwe M. wohl von seiner Partnerin, die als Rechtsanwaltsangestellte 1800 Euro im Monat verdiente, aushalten. Er selbst hatte sein Erbe längst durchgebracht und 10.000 Euro Schulden angehäuft, Dazu trank er übermäßig. Das Urteil soll am 25. April fallen.

tz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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