Vor dem Münchner Schwurgericht

Mann prügelt Freundin tot - Staatsanwalt: lebenslänglich

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München - "Wie ein Berserker zugeschlagen": Lebenslange Haft hat die Staatsanwaltschaft für einen Mann gefordert, der seine Freundin vor gut einem Jahr zu Tode geprügelt hatte.

Der Angeklagte habe „wie ein Berserker“ zugeschlagen, sagte der Anklagevertreter am Freitag vor dem Münchner Schwurgericht. Die Verteidigung plädierte auf Totschlag und forderte eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe mit vorheriger Unterbringung des Alkoholikers in einer Entziehungsanstalt.

Das Paar hatte sich 2012 bei der Entgiftung kennengelernt. Beide tranken aber weiter und stritten häufig, wie die Beweisaufnahme ergab. Der 35-Jährige habe die drei Jahre ältere Freundin wiederholt geohrfeigt, gewürgt und bedroht. Am Abend des 21. Januar 2013 schlug er ihr nach einem Streit ungezählte Male ins Gesicht, trat auf sie ein und schleuderte ihren Körper herum. Dann legte der ehemalige Bundeswehr-Sanitäter die Schwerstverletzte aufs Bett und schlief seinen Rausch aus, bevor er am folgenden Nachmittag den Rettungsdienst rief. Da war sein Opfer nicht mehr zu retten. Die Tote hatte über 150 Verletzungen an Kopf und Körper.

Der 35-Jährige hatte zum Prozessauftakt noch behauptet, die Frau müsse sich ihre Verletzungen bei einem Sturz aus dem Bett zugezogen haben, und erst zum Schluss ein Geständnis abgelegt. Die Mutter der Getöteten sagte, sie habe kein Zeichen von Reue gesehen. Sie fühle sich von dem Angeklagten verspottet, seine Entschuldigung nehme sie nicht an. Das Urteil soll am Montag verkündet werden.

lby

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