Verdächtiger droht dem Sänger in einem Brief / Erstes Opfer im Jahr 1962

Führt DJ Ötzi zum Mädchen-Mörder?

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DJ Ötzi: Verrät sich der Mörder durch den Hass auf den Sänger?

Nürnberg - Er spielt mit den Ermittlern: Der mutmaßliche Mörder der Nürnberger Prostituierten Heidrose Berchner (29) und der Schülerin Lydia Schürmann (13) aus Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) hat sich schon wieder per Brief zu Wort gemeldet.

Seit 2005 erhalten die ermittelnden Polizeidienststellen im ganzen Land derartige Schreiben – mal wird darin vom Schreiber behauptet, ein inzwischen verstorbener Freund habe ihm einen Jahrzehnte zurückliegenden Mord gestanden, mal will der angebliche Täter selbst seine Lebensbeichte ablegen.

Einer der Briefe: Er wurde an das LKA Nürnberg geschickt. In einem anderen Brief ließ der Täter seinen Abneigung gegen DJ Ötzi freien Lauf

Nun ging beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden der fünfte Brief ein. Die Fahnder sind sicher: Der Verfasser ist der seit mehr als 35 Jahren gesuchte Mörder. Er offenbart Täterwissen zu beiden Fällen, die erst durch dieselbe Handschrift der Briefe demselben Mann zugeordnet werden konnten. Nun zieht sich die Schlinge immer enger um den Hals des Phantoms – denn er hat den Ermittlern selbst verraten, wo er wahrscheinlich lebt – im Saarland? Im Juni 2007 ging bei der Gemeinde Weiskirchen eine Morddrohung gegen den Pop-star DJ Ötzi ein. Darin beschwerte sich der Schreiber über die Lautstärke eines Konzerts und drohte, den Sänger „abzuknallen“. Wegen der Wortwahl begann die Polizei zu ermitteln – und fand Parallelen zu drei Briefen, die in Bielefeld, Nürnberg und Kaiserslautern eingangen waren. Darauf hinterlassene Gen-spuren waren identisch.

Die Nürnberger Prostituierte Heiderose Berchner wurde im Jahr 1970 getötet

Mit einem DNA-Massentest soll der vermutlich weit über 70-jährige Mörder nun endlich identifiziert werden. Profiler haben bereits gesagt, nach welchem Raster die Ermittler suchen müssen: Aufgrund der Angaben in den Briefen vermuten sie, dass der Gesuchte schwer krank ist. Er könnte in einem der vielen Sanatorien in der Region leben. In den 60er- und 70er-Jahren war er viel in Deutschland unterwegs – möglicherweise in einem Opel Diplomat. Spuren eines solchen Wagens fand die Polizei 1970 neben der verbrannten Leiche der Nürnberger Prostituierten Heidrose Berchner auf einem Feld nahe Ulm. Womöglich lebte er in den Jahren davor im Raum Bielefeld, wo Lydia Schürmann vor 46 Jahren von zu Hause ausgerissen war. Vier Monate nach ihrem Verschwinden wurde das Schulmädchen tot in einem Wald entdeckt.

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Die Briefspur des Mädchenmörders

In den Briefen schreibt der Unbekannte von „Gewissensbissen“, die ihn nach so langer Zeit plagten. Doch daran zweifeln die Fallanalytiker. Sie glauben sogar, dass er bewusst in Kauf nehme, dass nun viele unschuldige und teils schon ältere Männer bei einem Massengentest untersucht werden. Die Polizei hält den Briefeschreiber für „mitleidlos“ – und verdächtigt ihn weiterer ungeklärter Prostituiertenmorde.

Quelle: tz

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