Sie muss in Haft

Millionärin aus Fürstenfeldbruck kassiert jahrelang Hartz IV - Sie sieht sich im Recht

Ein Hammer im Gerichtssaal (Symbolbild).
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Die Millionärin muss nun ihre Hartz-IV-Beträge zurückzahlen.

Sie wollte ihre Grundstücke nicht verkaufen und hatte darum nicht mal Geld für die Krankenkasse: Eine millionenschwere Frau aus dem Kreis Fürstenfeldbruck muss nun ihre Hartz-IV-Beträge zurückzahlen.

  • Eine Frau aus dem Kreis Fürstenfeldbruck kassierte Hartz IV - obwohl sie mehr als genug Geld hatte.
  • Ihre Grundstücke waren weit über eine Million Euro wert.
  • Nun muss sie zurückzahlen - und auf Bewährung in Haft.
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München - Ihr Vermögen ist über eine Million Euro wert, dennoch kassierte eine 63-Jährige aus dem Kreis Fürstenfeldbruck jahrelang Hartz IV. Darum stand sie am Dienstag in Landsberg vor Gericht. Der arbeitslosen Einzelhandelskauffrau gehören offenbar ein Haus und sieben Grundstücke – teils Bauland, teils Ackerland – im Gesamtwert von weit über einer Million Euro. Dem Jobcenter verschwieg sie das, als sie 2011 Hartz IV beantragte. Sie gab auch an, Miete für eine Wohnung im Kreis Landsberg zu zahlen, in der sie in Wirklichkeit kostenfrei lebte, der „Vermieter“ war ihr Lebensgefährte.

Die 63-Jährige war der Meinung, Geld vom Staat stehe ihr zu, nachdem sie 35 Jahre für eine Supermarktkette gearbeitet hatte. Offenbar hortete sie auch Bargeld daheim – die Polizei stellte später bei einer Durchsuchung 15 000 Euro sicher. Heute hält sich die Frau mit einer kleinen Landwirtschaft, geringen Pachteinnahmen und der Unterstützung ihres Bruders über Wasser.

Sie muss einen Teil ihrer Grundstücke verkaufen

Für eine Krankenversicherung reicht das Geld schon lange nicht mehr. Von den Grundstücken wollte sich die Frau dennoch keinesfalls trennen. Laut ihrem Verteidiger hatte sie Angst, später nicht ausreichend versorgt zu sein. Außerdem habe sie es ihrem Vater nicht antun können, Familienbesitz zu veräußern – selbst, als er tot war. Nun muss die Frau rund 40 000 Euro ans Jobcenter zurückzahlen und wird nicht umhin kommen, einen Teil ihrer Grundstücke zu verkaufen. „Dann sind Sie wieder flüssig und können sich auch wieder krankenversichern“, legte Richterin Katrin Prechtel der Angeklagten ans Herz. Das Urteil: Ein Jahr und vier Monate Haft auf Bewährung. - Ulrike Osman

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