Uralte Exemplare, allesamt postfrisch Die Frage ist nur: Sind die Preise reell?

Fürstin Gloria verkauft jetzt ihre Briefmarken

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Fürstin Gloria von Thurn und Taxis (48) verkauft jetzt Briefmarken!

Regensburg - Erst die Privatbank, dann die Brauerei und das Tafelsilber – und nun verkauft Fürstin Gloria von Thurn und Taxis (48) auch noch ihre Briefmarken!

Hätten Sie’s gewusst? Ihre Durchlaucht ist tatsächlich Briefmarkensammlerin. In einem Werbebrief, der kürzlich einer deutschen Sonntagszeitung beilag, schreibt sie sogar, dass sie sich viel mit ihrer Sammlung beschäftige!

Dabei muss ihr wohl aufgefallen sein, dass sie das eine oder andere Exemplar entbehren kann. Von einem Briefmarkentausch mit Gloria müssen Sammler aber weiter träumen – Fürstin verkauft lieber. Und das hört sich so an: „Ich habe für Sie wertvolle Original-Briefmarken aus dem Thurn- und Taxis’schen Zentralarchiv freigegeben.“

Offiziell macht ihre Durchlaucht das natürlich nicht, um Geld zu verdienen, sondern um den vielen anderen Philatelie-Freunden in aller Welt eine Freude zu machen – mit „echten Raritäten“ aus der Anfangszeit der Briefmarken. Ihr Angebot: Eine 1-Kreuzer- und eine 30-Kreuzer-Marke aus den Jahren 1859 und 1866 zum Vorzugspreis von 9,90 Euro – mit „uneingeschränkter Echtheitsgarantie“. Und das ist noch nicht alles: Gratis dazu gibt’s eine Armbanduhr mit dem Ziffernblatt der „Blauen Mauritus“, der berühmtesten Briefmarke der Welt! Wen das noch nicht überzeugt, den weist die Fürstin darauf hin, dass Anlage-Experten davon ausgehen, dass die Preise dieser wertvollen Originale schon bald erheblich steigen könnten …

Natürlich verschickt die Fürstin die Marken nicht selbst. Das übernimmt für sie die Braunschweiger Unternehmensgruppe Richard Borek. Horst Bohn, der Fachmann für altdeutsche Briefmarken bei Borek, dazu: „Als sich Fürstin Gloria vor etwa fünf Jahren anschickte, Teile ihrer Briefmarkensammlung zu verkaufen, hat das Haus Borek zugeschlagen.“ Und nun ist es also soweit. Bohn ist besonders auf die Qualität der Marken stolz: „Das interessante daran ist, sie sind postfrisch, also noch völlig ungebraucht. Das gibt es nur noch sehr selten.“

Selten? Darüber kann man freilich streiten. Eine tz-Anfrage bei der Redaktion des „Michel“, dem Standard-Katalog für Briefmarkenfreunde, ergab: Die Marken wurden auch schon vor 150 Jahren in einer Millionenauflage gedruckt. „Die kriegen sie sicher auch für weniger Geld.“ Und zur Orientierung gaben die Experten gleich den Tipp mit, dass echte Raritäten kaum unter 50 Euro zu haben sind.

Immerhin: eins wissen an Glorias Angebot auch die „Michel“-Macher zu schätzen: „Dadurch, dass die Marken nur im Archiv lagen, sind sie natürlich in einem sehr guten Zustand.“Über den Wert von Glorias Briefmarkensammlung gibt es übrigens nur wilde Spekulationen. „Die Familie saß ja an der Quelle“, so eine Experte von der Deutschen Post. „Sie können sich also vorstellen, was in ihrem Archiv noch für unglaublicher Schätze lagern müssen.“ Aber wir können uns nicht vorstellen, wie Gloria dasitzt und mit Lupe und Pinzette still ihre Marken betrachtet, oder?

Quelle: tz

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