Hunderte bei Aktion

G7-Demo: So lief der Protest am Freitag

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Die Demo vor dem Marshall-Zentrum.

Garmisch-Partenkirchen - Mit einer Kundgebung in Garmisch-Partenkirchen haben Hunderte G7-Gegner die Protestaktionen rund um Schloss Elmau gestartet.

Einen Tag nach der zweitgrößten Demonstrationen in der Münchner Stadtgeschichte mit rund 40.000 Teilnehmern, verlagert sich der Anti-G7-Protest zunehmend nach Garmisch-Partenkirchen. Immer mehr G7-Gegner sind in der Nacht auf Freitag sowie tagsüber in der 27.000-Einwohner-Stadt angekommen und haben am Protestcamp in der Nähe der Loisach ihre Zelte aufgeschlagen.

Die Polizei geht davon aus, dass das Camp - derzeit sollen rund 650 Menschen dort sein - am Nachmittag voll werden wird. Noch ist nicht klar, wie die Polizei, aber auch die Organisatoren mit weiteren Ankömmlingen verfahren werden. Schließlich dürfen einer öffentlichen Auflage zufolge nur 1000 Menschen auf der Wiese in der Nähe der Loisch campieren. 

G7-Gegner starten sponaten Protestmarsch

Am frühen Nachmittag nahmen mehr als 300 Demonstranten an einen spontanen Protestmarsch in Richtung Marshall Center teil, wo eine Kundgebung stattfand. Sie waren vom Protestcamp am Ortsrand zum deutsch-amerikanischen Marshall-Zentrum gezogen.  Vor dem Marshall Center skandierten die G7-Gegner in Richtung der vielen Beamten: "Wir haben Spaß und Ihr Bereitschaft." Einige Demonstranten fakelten einen Spielzeugpanzer ab.

Für kurzfristigen Wirbel sorgte, dass Felix Neureuther gesichtet wurde. Er war allerdings nicht Teil der Demo, sondern nur rein zufällig da.

Anders als zunächst geplant, blieben die Demonstranten am Marshall-Zentrum und verzichteten auf einen weiteren Marsch. Das Zentrum ist benannt nach dem ehemaligen US-General und Außenminister George Catlett Marshall.

Auf einen Demonstrant kommen hundert Polizisten?

Ein großes Polizeiaufgebot schützte den Komplex, in dem sicherheitspolitische Lehrgänge für Soldaten und Regierungsvertreter angeboten werden. Das Verhältnis Polizisten zu Demonstranten bezeichnete Stop-G7-Elmau-Sprecher Benjamin Ruß als "gefühlt Hundert zu Eins".

In Mittenwald erinnert wenig an den G7-Gipfel

Unterdessen haben zahlreiche Supermärkte in Garmisch-Partenkirchen zum G7-Gipfel privates Sicherheitspersonal engagiert, um die Läden vor möglichen Schaden zu schützen. Eine Verkäuferin sagt: "Während der Demo machen wir morgen eine Stunde zu und trinken Kaffee. " Über Umsatzeinbußen dürften sich die Ketten allerdings nicht beschweren: Viele Regale sind leergefegt. Besonders beliebt: belegte Semmeln und Sandwiches. In Mittenwald dagegen herrscht geschäftiges Treiben, Menschen genießen die Sonne im Café, alles ist ruhig und friedlich. Nur die vermehrten Polizei-Autos erinnern an das Spektakel.

dpa/lin/rat

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