Damit Obamas Heli richtig landet

Proben für G7-Gipfel: Anwohnern droht jetzt Fluglärm

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Proben für den G7-Gipfel: Helikopter der US-Armee, der über den Luttensee bei Mittenwald fliegt.  

Garmisch-Partenkirchen - Beim G7-Gipfel in Schloss Elmau sind auch nicht ortskundige Piloten für die Sicherheit im Einsatz. Damit bei Obamas Shuttleflug nichts schiefgeht, proben sie jetzt schon.

Der G7-Gipfel 2015 in Schloss Elmau findet zwar erst am Sonntag und Montag in Schloss Elmau statt, Anwohner müssen aber bereits im Vorfeld verstärkt mit Fluglärm rechnen. Da auch nicht ortskundige Helikopterpiloten im Einsatz sind, finden ab heute Probeflüge sowohl für die Sicherheitseinsätze als auch für die Shuttleflüge statt. Das teilt die Polizei mit.

Auch während des G7-Gipfels 2015 muss mit Fluglärm gerechnet werden

Die Piloten machen sich mit den topografischen Gegebenheiten im Werdenfelser Land vertraut, damit am Sonntag auch alles klappt. Bei gutem Wetter werden die Staats- und Regierungschefs mit Hubschraubern vom Münchner Flughafen direkt zu einem eigens angelegten Landeplatz bei Schloss Elmau gebracht. US-Präsident Barack Obama benutzt einen eigens eingeflogenen Hubschrauber.

Der sogenannte Kipprotor-Helikopter vom Typ „Osprey“ dreht in der Region um Garmisch-Partenkirchen schon seit Tagen seine Runden. Auf die Frage, ob die US-Sicherheitsbehörden auch Kampfhubschrauber zum Schutz ihres Präsidenten einsetzen, antwortet der Leiter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern, Joachim Walzig: „Da müssen Sie die Amerikaner fragen.“

Die anderen G7-Chefs vertrauen auf die Maschinen der deutschen Bundespolizei. An diesem Freitag üben deren Piloten die sogenannten Delegationsflüge schon einmal. „Es wird etwas lauter werden“, bat Walzig die Bevölkerung um Verständnis. Auch während des G7-Gipfels am Sonntag und Montag muss mit Fluglärm gerechnet werden.

Bei einem Gewitter oder tiefhängenden Wolken müssten die G7-Chefs allerdings in Autokonvois nach Elmau fahren. „Wenn wir vom Flughafen bis hierher die Straßen sperren müssten, wäre das der Wahnsinn“, meinte der Chef der Polizeihubschrauberstaffel.

Bei G7 herrscht Rekord-Luftraumbeschränkung

Deutschland erlebt während des G7-Gipfels die größte Luftraumbeschränkung seiner Geschichte. Von Sonntagmorgen bis Montagabend müssen von Ingolstadt an der Donau bis zum Brenner in Norditalien alle Privatflugzeuge am Boden bleiben. Die Entfernung beträgt Luftlinie rund 200 Kilometer. 17 Polizeihubschrauber und zwei Flugzeuge überwachen die Einhaltung des Flugverbots für sämtliche Sportmaschinen, wie Joachim Walzig am Donnerstag in Garmisch-Partenkirchen sagte. Auch Drachen- und Gleitschirmflieger sowie Drohnen sind an das Verbot gebunden, nicht aber Passagierflugzeuge.

Sollte dennoch ein Flugzeug an einem der beiden Gipfeltage in die Verbotszone eindringen, würde es zum Verlassen aufgefordert. „Wir haben keine Bewaffnung an Bord“, erläuterte Walzig. Allenfalls könnte eine rote Leuchtkugel abgeschossen werden. Dies sei das Zeichen, „du bist hier im Sperrgebiet“. Wenn jemand aus der Luft lediglich einen Protest - etwa mit einem Banner - kundtun wolle, werde dagegen außer der Aufforderung zum Verlassen der Verbotszone nicht eingeschritten. Nur bei einer echten Gefährdungslage würden Kampfjets der Bundeswehr aufsteigen.

Bei einem verbotenen Drohneneinsatz wird nach den Worten Walzigs die Person ausfindig gemacht, die das Flugobjekt steuert. „Einfach ist es nicht, aber es geht“, sagte der Beamte zu den technischen Möglichkeiten.

G7-Gipfel 2015: News-Ticker und die wichtigsten Fakten

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau haben wir bereits zusammengefasst. In unserem News-Blog zum G7-Gipfel erfahren Sie die aktuellsten Nachrichten rund um das Großereignis auf Schloss Elmau.

Mit Material von dpa

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