1800 Helfer

G7-Gipfel: Rettungsdienste fühlen sich gerüstet

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Der Schauplatz des G7-Gipfels: Schloss Elmau von innen.

Weilheim - Der G7-Gipfel wird für das BRK und die anderen Hilfsorganisationen Schwerstarbeit. Schaltzentrale für 1800 Helfer ist die Integrierte Leitstelle in Weilheim. Dort laufen die Fäden zusammen.

Bayerns Rettungsdienste sehen sich gerüstet für den G7-Gipfel Anfang Juni in Krün (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). „Das Treffen der Staats- und Regierungschefs in der exponierten Lage im Schloss Elmau ist einer der größten geplanten Einsätze in der Geschichte des BRK“, sagte Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk am Dienstag in Weilheim. Bis zu 1800 Helfer werden am 7. und 8. Juni im Einsatz sein, die meisten von ihnen ehrenamtlich. Sie stellen den Sanitätsdienst, sorgen für den Krankentransport und die Verpflegung.

Die vom BRK betriebene Integrierte Leitstelle in Weilheim wird beim G7-Gipfel zur Schaltzentrale für die Rettungsdienste. 20 Experten werden dort elf Tage lang alle Einsätze steuern, auch die der Feuerwehren. „Wir sind gut vorbereitet“, sagte Stärk. Die Planungen liefen seit einem Jahr. Alle Bürger und am Gipfel Beteiligten erhielten eine schnelle und effektive medizinische Versorgung.

„Der Digitalfunk ist ein großer Fortschritt“, erläuterte der Leiter der Integrierten Leitstelle, Helmut Ochs. Er funktioniere einwandfrei. „Sollte zum Beispiel einer der Retter in Not sein, genügt ein Knopfdruck, und wir werden automatisch alarmiert und wissen über die GPS-Ortung zugleich, wo der Notruf abgesetzt wurde.“

Tränengas und Co.: Vorbereitung auf gewalttätige Konflikte

Einsatzschwerpunkte werden der Landkreis Garmisch-Partenkirchen und die Stadt München sein. Die Helfer bereiten sich auch auf einen Einsatz bei womöglich gewalttätigen Auseinandersetzungen bei Demonstrationen gegen den G7-Gipfel vor. Selbst den Einsatz von Tränengas beziehen die Helfer in ihr Einsatzkonzept mit ein. Ob Notärzte vom BRK oder anderen Rettungsdiensten für die medizinische Betreuung der Staats- und Regierungschefs abgestellt werden, ist nach wie vor offen. 20 Einsatzkräfte sollen jedenfalls direkt am Tagungsort beschäftigt sein.

Stärk hofft, dass alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer für den G7-Gipfel von ihren Arbeitgebern freigestellt werden. Das hauptamtliche Personal in den vom BRK betriebenen Integrierten Leitstellen hat für die Zeit des Gipfels Urlaubssperre. Seit dem Beginn der Planungen seien beim BRK bereits 2000 zusätzliche Arbeitsstunden angefallen. Stärk rechnet damit, dass weitere 3000 zusätzliche Stunden dazukommen.

Den Haushaltsansatz für die Arbeit der Hilfsorganisationen und Feuerwehren in Höhe von 6,1 Millionen Euro hält Stärk für zu niedrig. Unter anderem wegen der Terminverschiebung und der damit verbundenen Verlängerung des Einsatzes lägen die Kosten allein der Hilfsorganisationen, also ohne Feuerwehren, heute schon bei rund zehn Millionen Euro, „bei sparsamster Planung“, so der BRK-Geschäftsführer. „Wir gehen aber davon aus, dass die Staatsregierung uns nicht auf diesen Kosten sitzen lässt.“

Das Bayerische Rote Kreuz koordiniert Planung und Einsatz aller Rettungsdienste beim Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industrienationen.

Garmischs Unternehmer rechnen derweil für die Zeit während des G7-Gipfels mit problematischen Tagen.

dpa

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