1200 Helfer werden zusammengezogen

G7-Gipfel: So stressig wie die WM 2006

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Die Augen der Welt werden im Juni 2015 auf Schloss Elmau im Isartal blicken.

München - Eine Angestellte im Tagungshotel Schloss Elmau, die eine Kreislaufschwäche erleidet, Polizisten, die bei Protestaktionen verletzt werden – die Rettungskräfte müssen für viele Szenarien während des G7-Treffens der Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrienationen (7. und 8. Juni 2015) gerüstet sein.

Und gleichzeitig muss ja auch die normale Versorgung gewährleistet werden. Die Planungen bei den Hilfsorganisationen laufen deswegen seit einiger Zeit in alle Richtungen. Bayerisches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund und Johanniter-Unfall-Hilfe stimmen sich eng mit den Stäben der Staatsregierung, der Polizei und des zuständigen Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen ab. „Wir werden für den Gipfel gerüstet sein“, meint BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk zum Garmisch-Partenkirchner Tagblatt. „Aber unsere täglichen Aufgaben werden nicht leiden. Wir werden weiter die Menschen in Bayern retten und Krankentransporte fahren.“

Die Hilfsorganisation holt zum Gipfel Kräfte aus ganz Bayern. Sieben sogenannte Kontingente stellt das BRK beispielsweise im ganzen Freistaat, sechs davon werden voraussichtlich von 4. bis 8. Juni zusammengezogen: Jeweils zwei sollen rund um die Uhr in München und Garmisch-Partenkirchen stationiert sein, zwei weitere in Geretsried – die Stadt liege taktisch günstig zwischen den Brennpunkten, erklärt Projektleiter Klemens Reindl vom BRK. Er hat Erfahrung mit schwierigen Aufgaben: Der Bad Kohlgruber war einer der Einsatzleiter bei der Rettung aus der Riesendinghöhle.

Jedes Kontingent besteht aus fast 140 Helfern. Die Aufgabe: in Minuten mobile Behandlungsplätze bauen und bis zu 50 Patienten in der Stunde versorgen. Leonhard Stärk rechnet insgesamt mit rund 1200 Einsatzkräften zwischen dem Flughafen München, auf dem die Delegationen landen, und der Landesgrenze – eingeschlossen sind Bergwacht für das Gelände rund ums Schloss oder die Wasserwacht für die Flüsse. Damit ist der G7-Gipfel einer der größten Einsätze in der Geschichte des BRK, nur vergleichbar mit dem Einsatz während der Fußball-WM im Jahr 2006, dem Sommermärchen.

matt

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