Aufregung am G7-Tagungort Elmau

Hier wird nächstes Jahr Obamas Heli landen

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Ende der Idylle: Der Wanderparkplatz wird Heli-Landplatz.

Elmau - Anfang Juni nächsten Jahres wird das Luxushotel Schloss Elmau zum Nabel der Welt, wenn sich die Mächtigen beim G7-Treffen zum Tagen hierher zurückziehen. Bis dahin wird noch viel gebaggert und umgebaut werden müssen.

Anfang Juni nächsten Jahres wird das Luxushotel Schloss Elmau zum Nabel der Welt, wenn sich die Mächtigen beim G7-Treffen zum Tagen hierher zurückziehen. An vielen Ecken in Mittenwald, Klais und Krün und nun auch in Elmau selbst sind die Vorbereitungen spürbar und werden begrüßt: Schließlich werden dank üppiger Förderung Straßen modernisiert, Bahnhöfe und sogar ein Rathaus hergerichtet.

Das Schloss Elmau.

Doch erstmals regt sich auch Unmut wegen der Tagung: Seit die Bagger oberhalb des Alpenguts Elmau in Nachbarschaft des Schlosses einen beliebten Wanderparkplatz aufgerissen haben. Hier wird bald mitten im Landschaftsschutzgebiet geteert – damit die Hubschrauber der Präsidenten und Staatsführer landen können. Die für die Arbeiten zuständige Gemeinde Krün, die bayerischen Staatsforsten und das Staatliche Bauamt in Weilheim sprechen von „einer temporären Asphaltbefestigung“. Diese werde vollständig zurück gebaut und dann ein „optisch ansprechender, benutzerfreundlicher und naturnah gestalteter Wanderparkplatz angelegt“.

Axel Doering, der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, der zudem in dem Terrain lange Jahre als Revierförster unterwegs war, sieht dennoch Gefahren für die Umwelt und befürchtet Schäden. „Dieser Wanderparkplatz ist jetzt ein gekiester Platz, auf dem Wasser versickern kann, mit einem Waldrand außen herum“, sagte er dem BR. Und weiter: „Es ist schon eine Summe von vielen Maßnahmen, die in der Summe schließlich beweisen, dass dieser Gipfel einfach am falschen Platz ist – da hinten in diesem Hochgebirgstal.“ Der Hubschrauberlandeplatz, auf dem auch US-Präsident Barack Obama aufsetzen wird, hat eine Fläche von einem Hektar. Der Asphalt ist nach Ansicht der Experten zwingend nötig, da sonst Steine bei Starts und Landungen durch Verwirbelungen zu gefährlichen Geschossen werden könnten.

Fast putzig klingen die Bezeichnungen für die Arbeiten, die das Asphaltieren des Landeplatzes begleiten. Beispielsweise müssten „bestehende Flughindernisse entfernt werden“. Doering stellt klar, was gemeint ist: Es werden einfach Bäume abgeholzt. Das bestätigte auch Michael Kordon. Leiter des Staatlichen Bauamts in Weilheim, dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt. „Ich gehe davon aus, dass schon ein paar Bäume weg müssen.“ Wanderer und Radlfahrer haben jetzt schon mitbekommen, dass die Motorsäge bereits zum Einsatz gekommen ist.

mc

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