Das Volksbegehren hat begonnen

G8 oder G9? Jetzt haben Sie die Wahl

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München - In Bayern hat gestern das Volksbegehren für die Wahlfreiheit zwischen einem acht- und einem neunjährigen Gymnasium begonnen. Die tz hörte sich um.

Zwei Wochen haben die Initiatoren der Freien Wähler nun Zeit, um die für ein erfolgreiches Volksbegehren nötigen rund 950.000 Unterschriften – dies entspricht zehn Prozent der Wahlberechtigten – zu sammeln. Falls dies bis 16. Juli gelingt, kommt es zu einem Volksentscheid über die Dauer der Gymnasialzeit.

Im Münchner Rathaus war der Andrang vor den Unterschriftenlisten bereits groß. Hier kann man sich wochentags von 10 bis 20 Uhr eintragen, diesen Samstag bis 16 Uhr. Die tz hörte sich um:

Ich habe vom G9 profitiert

Sebastian Wuttke (23), Student der Politikwissenschaft: "Vom neunjährigen Gymnasium habe ich selbst profitiert. Die Einführung des G8 kam überhastet und war planlos. Der Leistungsdruck ist jetzt so groß, dass einige Bekannte von mir das Gymnasium verlassen mussten. Auch sie sollten eine Chance haben! ­Deshalb unterstütze ich das Volksbegehren."

Kinder brauchen Zeit für Hobbys

Ariane Angelkoski (42), Uni-Teamassistin: "Meine beiden Kinder kommen jetzt in die dritte Klasse. Über G8 habe ich nur Negatives gehört. Die Kinder sollen noch Zeit haben für Freunde und ihre Hobbys. Mein Sohn begeistert sich fürs Theater und Taekwondo, die Tochter spielt gerne Fußball. Das sollen sie auch künftig machen können."

G9, und zwar verpflichtend!

Josef Huber (71), Pensionist: "Ich bin für eine Veränderung der Politik, deshalb unterstütze ich die Ini­tiative. Allerdings bin ich grundsätzlich fürs G9 und gegen die Wahlfreiheit: Die ist nicht praktikabel. Man bräuchte zweierlei Schulbücher. Meine drei Enkel leiden unterm G8, sie haben keine Zeit für Sport und Musik."

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