Nach Feuer am Wank

Gamshütte: Brandursache beschäftigt die Ermittler

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Schwerstarbeit: Mit vereinten Kräften schneiden die Feuerwehrmänner das Dach der Gamshütte auf und löschen die zahlreichen Glutnester

Garmisch-Partenkirchen - Stundenlang haben gut 160 Feuerwehrkräfte gegen die Flammen in der Gamshüte gekämpft – mit Erfolg. Wie es zu dem Brand kommen konnte, beschäftigt nun die Polizei. Sie ermittelt in alle Richtungen.

Die Gamshütte ist Geschichte. Das Feuer, das nach Auskunft der Polizei am Dienstagnachmittag im Gebäudeinneren ausgebrochen ist, hat die beliebte Einkehr am Wank weitgehend zerstört. Den Sachschaden „schätzen die Ermittler auf 200 000 Euro oder sogar höher“, erklärt Stefan Sonntag, Sprecher des Präsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim.

Wie es zu dem Unglück, bei dem Gott sei Dank niemand verletzt wurde, kommen konnte, müssen nun die Untersuchungen der Polizei ergeben. „Brandfahnder der Kripo aus Garmisch-Partenkirchen übernahmen sofort die Ermittlungen“, sagt Sonntag – und zwar in alle Richtungen. Ergebnisse lassen allerdings noch auf sich warten, auch gestern waren die Experten noch auf gut 940 Metern Höhe aktiv, um die zerstörte Hütte und ihr Umfeld unter die Lupe zu nehmen.

Bilder: Gamshütte steht in Flammen

Daran, die Ursache für das Feuer herauszufinden, liegt auch dem Grundeigentümer, den Bayerischen Staatsforsten. Die wollen das Areal Anfang 2016 sowieso übernehmen, nachdem der Pachtvertrag mit Hüttenbesitzer Bernhard Raubal nach jahrelangem Streit endet. Der Garmisch-Partenkirchner erlangte im Ort und darüberhinaus Bekanntheit, weil er den Gegnern des G7-Gipfels in Schloss Elmau ein Grundstück an der Loisach als Camp-Fläche vermietete.

Einer aufmerksamen Ausflüglerin, die gegen 14.30 Uhr von der Wankbahn aus die Rauchsäule aus dem Berggasthof aufsteigen sah und sofort einen Notruf absetzte, ist es zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passierte. Wegen der akuten Waldbrandgefahr löste die Einsatzzentrale Großalarm aus, so dass gut 160 Kräfte der Feuerwehren Partenkirchen, Garmisch, Grainau, Farchant, Oberau und Mittenwald ausrückten. Mit Hilfe der Tankwagen konnten die Retter erst einmal die Flammen bekämpfen, die ihnen bei ihrer Ankunft bereits entgegenschlugen. „Zunächst wussten wir nicht, ob noch jemand im Haus ist“, sagt Klaus Straub.

Der Kommandant der Partenkirchner Wehr übernahm mit seinem Stellvertreter Michael Sexl die Einsatzleitung. Klarheit brachte erst der Besitzer der Hütte, Bernhard Raubal, der letztlich mitteilte, dass die Wirtschaft geschlossen und sich somit niemand drinnen aufgehalten hat. „Zum Glück. Wenn jemand im Haus gewesen wäre, hätten wir wahrscheinlich nichts tun können“, betont Straub. „Wegen des Vollbrands ist erst einmal niemand reingekommen.“ Ein weiterer Glücksfall war der Wind, der ein Ausbreiten der Flammen auf die umliegenden Bäume verhinderte. Mit Hilfe des Gerätewagens Logistik – „der hat sich voll bewährt“ – gelang es, innerhalb von etwa 15 Minuten eine Schlauchleitung vom Kneipp-Becken am Brunnhäuslweg über die Forststraße und die Hängebrücke zur Gamshütte zu verlegen. Um die gut 250 Höhenmeter zu überwinden, galt es zudem, sieben Pumpen einzusetzen. „Deren Standorte mussten erst einmal berechnet werden, auch um zu sehen, wie’s mit dem Druck passt“, betont Straub. „Das ist sehr zeitaufwändig.“

Brennende Gamshütte: Fotos von den Löscharbeiten

 Die enorme Personalstärke war aber nicht nur dafür erforderlich. Um die Glutnester unter dem Blechdach zu beseitigen, „wurden viele Atemschutzträger gebraucht“. Maximal 20 Minuten am Stück kann einer der Feuerwehrmänner diese „Schwerstarbeit“ verrichten, dann muss er sich erst einmal regenerieren. „Öfter als zweimal sollte keiner eingesetzt werden“, betont Straub. Bis 20 Uhr waren die Retter auf dem Dach, wobei sie vier Kräfte der Bergwachtbereitschaft Garmisch-Partenkirchen unterstützten, beschäftigt. Bis zum Schluss entzündeten sich immer wieder Glutnester, „die wir dann abgetragen und aufgebrochen haben“. Positiv hebt Straub die Unterstützung der heimischen Betriebe hervor. „Die haben dafür gesorgt, dass wir genug Verpflegung hatten und vor allem mit ausreichend Getränken versorgt waren.“

Tanja Brinkmann

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