Schock-Video bei YouTube

Mann quält minutenlang verletztes Tier

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Abscheulich: Der Mann schleift das Tier über Steine

Mittenwald - Ein Video über eine brutale Gamsjagd in Tirol erschüttert Tierfreunde und Jägerschaft in Österreich und Bayern. Ein Mann quält darin minutenlang ein verletztes Tier.

Das Video, das von einem Wanderer auf YouTube hochgeladen worden war, zeigt einen Mann, der eine angeschossene Gams zwei Minuten lang an den Hinterläufen über Steine talwärts schleift. Das blutende Tier zappelt, dreht sich, versucht, sich zu befreien. Dabei erleidet es weitere Verletzungen. Endlich wird die Gams mit einem Messer von seiner Qual erlöst. Der Vorfall soll sich am 15. August, also an Mariä Himmelfahrt, südlich von Mittenwald am Scharnitzjoch in der Leutasch ereignet haben.

Der Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher kündigte in österreichischen Medien harte Strafen für die Jäger an: „Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, empört er sich. „In den 30 Jahren meines Berufs habe ich noch nie derart Barbarisches gesehen.“

Nachdem die Gams tot war, erhielt der Tierquäler den blutigen Bart des TieresQuelle: YouTube

Seine Kollegen in Bayern zeigen sich ebenfalls empört und betroffen. „Da wird gegen alles verstoßen, was wir unseren Leuten beibringen“, sagt Egbert Urbach, Leiter der Landesjagdschule im Bayerischen Jagdverband. „Wir alle hier sind tief erschüttert.“ Gegen den Verantwortliche müsse der Staatsanwalt wegen Tierquälerei ermitteln. „Und Jagdschein weg, und ein Disziplinarverfahren!“

In dem Video gibt es eine Szene, in dem dem Jagdgast der Gamsbart als Trophäe überreicht wird. Dies kommentiert Urbach so: „Ich hätte ihm kräftig eins hinter die Löffel gegeben.“ Entsetzten gibt es auch im benachbarten Kreis Garmisch-Partenkirchen. Dort hat eine Frau , die ebenfalls die Quälerei mitansah, Anzeige erstattet. Tessy Lödermann, die Kreisvorsitzende des Tierschutzsvereins, hat dies noch vor.

So wie es aussieht, sollen alle beteiligten Jäger ihre Jagdkarten – so heißt der Jagdschein in Österreich – verlieren. Landesjägermeister Larcher: „Sobald uns weitere Fakten vorliegen, werden wir diese schauerlichen Aktionen mit aller zu Gebote stehenden Schärfe und Härte ahnden. Jeder, der auch nur die geringste Ahnung von der Jagd hat, weiß, wie abscheulich hier gehandelt wurde. Schon gar nicht verlängert man das Leiden eines Tieres so sinnlos.“ Ein sofortiger Fangschuss aus nächster Nähe sei hier nötig gewesen. Weshalb dies unterblieb, wird vom zuständigen Disziplinaranwalt ermittelt.

Von der schrecklichen Gamsjagd selbst kündet eine lange Blutspur. Der Niederländer Jos van de Sande, der das Geschehen aufgenommen hatte, schrieb: „Ich bin tief erschüttert.“ Identifiziert wurden bisher drei Beteiligte, darunter auch der herzlose Tierquäler – es handelt sich um einen russischen Jagdgast.

mc

Das Video in einem ORF-Beitrag

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