Eltern der Täter fassungslos

Garmisch: Nahmen die Schläger Mord in Kauf?

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Wegen versuchten Mordes angeklagt (von links): Selim T., Rouven R. und Sven G.

Garmisch-Partenkirchen - Fassungslos hören die Eltern von Sven G. (24), Rouven R. (25) und Selim T. (28) die Anklage vom Staatsanwalt. Dieser wirft dem Trio aus dem Raum Stuttgart versuchten Mord in zwei Fällen vor! Dabei hatten die drei Freunde in Garmisch-Partenkirchen nur Spaß haben wollen ...

Bei ihrem Ausflug am 2. und 3. August 2013 war eine Sauferei eingeplant. Gegen 4.30 Uhr lief dem Trio der Kellner Philipp F. (23) über den Weg. Selim T. forderte von ihm eine Zigarette. Als dieser ablehnte, gingen die Täter laut Anklage auf ihn los, „um ihm mit Fäusten Schläge und mit Füßen Tritte gegen Kopf und Oberkörper zu versetzen“. Cengis A. (24), Türsteher einer nahen Disko, eilte Philipp F. zu Hilfe. „Ich wollte sie auseinanderbringen,“ berichtete er später. Die Quittung: Sven G. schlug auf ihn ein und rammte ihm einen Finger ins rechte Auge! Der Angeklagte tat sich mit diesem Vorwurf schwer: „Kann sein, dass ich sein Auge berührt habe.“ Zunächst wollte er nur einmal zugeschlagen haben, räumte aber dann ein: „Es können auch mehrere Schläge gewesen sein.“ Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Martin Rieder nach Fußtritten eierte Sven G. herum: „Kann schon sein, dass ich getreten habe.“

Beide Opfer wurden erheblich verletzt. Cengis A. musste am Auge operiert werden. Laut Staatsanwalt Lenz nahmen die drei Angeklagten tödliche Verletzungen in Kauf. Das Tatmotiv sei eine Machtdemonstration gewesen.

Drei Wochen nach der brutalen Schlägerei wurde das Trio verhaftet. Den Haftbefehl setzte das Landgericht München II fünf Monate später außer Vollzug. Der Prozess geht weiter.

Für sein mutiges Einschreiten wurde Cengis A. im Mai von Ministerpräsident Seehofer übrigens als „Held des Alltags“ geehrt.

E. Unfried

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