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Garmisch verhüllt Kongresszentrum

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Zur Ski-WM will Garmisch-Partenkirchen sein Kongresszentrum verhüllen. © Lorenz Koch

Garmisch-Partenkirchen - Die Bilder vom verhüllten Berliner Reichstag gingen um die Welt. Garmisch tritt nun in Christos Fußstapfen - mit einem Marketing-Coup beim Kur- und Kongresszentrum zur Ski-WM.

Ganz so spektakulär wie bei Christo wird die Garmischer Antwort auf das historische Kunstspektakel nicht ausfallen, und Tourismus-Direktor Peter Nagel lässt sich beim besten Willen auch nicht mit dem berühmten bulgarischen Aktionskünstler Christo vergleichen. Aber sein jüngster Marketing-Coup kann sich durchaus sehen lassen: Garmisch verhüllt während der Ski-WM von 7. bis 20. Februar sein Kur- und Kongresszentrum! 

Das Gebäude im Herzen des Gastgeberortes wurde zur ersten

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Das Zugspitz-Panorama soll auf Planen gedruckt das Garmischer Kongresszentrum verdecken © Andreas Beez

Garmischer Ski-WM 1978 eröffnet. Inzwischen ist es sichtbar in die Jahre gekommen. Von außen wirkt der Zweckbau eher antiquiert als repräsentativ. Doch der findige Tourismus-Chef will aus der Not eine Tugend machen: Statt der tristen Fassade soll ein gigantisches Panorama-Foto vom Wettersteingebirge das Kurhaus zieren. Zusammengesetzt wird es aus einzelnen, bedruckten Kunststoffplanen. „Man muss sich das so ähnlich vorstellen wie auf großen Baustellen“, erklärt Nagel, „wo die Bauzäune mit riesigen Bildern verschönert werden.“ Wie zum Beispiel an der Michaelskirche in der Münchner Fußgängerzone.

Maria Riesch: Die Strahlefrau 

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Das Riesen-Foto vom Zugspitzmassiv stammt übrigens aus dem Sommer – und das ist kein Versehen: „Wir wollen die Chance nutzen, uns als Ganzjahres-Urlaubsort vorzustellen“, erklärt Nagel. Weltweite Aufmerksamkeit dürfte den Garmischern gewiss sein, mehr als 40 Fernsehsender bringen die Ski-WM. Entsprechend großen Stellenwert misst auch die Bundeskanzlerin den „Festspielen im Schnee“ bei: Für den Staatsempfang nach der Eröffnungsfeier am 7. Februar wird Angela Merkel direkt von einem Besuch in Polen eingeflogen. Pünktlich um 15 Uhr soll die Kanzler-Maschine in Warschau abheben, in München wartet bereits ein Helikopter. Der fliegt Merkel direkt nach Garmisch und landet auf dem Gelände des Marshall-Centers der US-Streitkräfte. Von hier aus geht’s mit Blaulicht ins Olympia-Skistadion. Mit der Zeremonie verdienen die WM-Macher übrigens keinen Cent. „Wir haben alle 11 000 Karten an Bürger aus den 22 Gemeinden unseres Landkreises verschenkt. Als Dankeschön für ihre Unterstützung“, erläutert der Chef des WM-Organisationskomitees, Peter Fischer. Weitere Tickets sind nicht mehr zu haben.

Trotzdem können alle Fans die Eröffnungsfeier der Ski-WM miterleben: Die ARD überträgt live. Noch am selben Abend geben sich Ministerpräsident Horst Seehofer und Bundesinnenminister Thomas de Maizière beim Staatsempfang im verhüllten Kongresszentrum die Ehre. Neben Kanzlerin Merkel kommt auch IOC-Vizechef Thomas Bach.

Gastgeber Seehofer will auch am Dienstag, 8. Februar, beim ersten Rennen die Daumen drücken. Auf der Kandahar-Rennstrecke steht der Super-G der Damen an. Maria Riesch aus Garmisch-Partenkirchen zählt zum Favoritenkreis. „Wenn sogar der Landesvater mitfiebert“, frohlockt WM-Medienchef Gerd Rubenbauer augenzwinkernd, „dann muss das ein gutes Omen für die erste bayerische Medaille sein.“

Andreas Beez

Für den Damen-Super-G am Dienstag, 8. Februar, ab 11 Uhr, können Fans noch Karten über München-Ticket oder über die Homepage www.gap2011.com ergattern.

Der neue Skilehrerinnen-Kalender 2011 - fotografiert von Hubertus von Hohenlohe

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