Ein Jahr nach der Katastrophe

Gauck besucht Hochwasseropfer - und staunt

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Das Bundespräsidentenpaar Joachim Gauck (M) und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt (l) begrüßt die Anwohnerin Emma (2).

Deggendorf - Er hat sein Versprechen gehalten. Ein Jahr nach der Flut besucht Joachim Gauck das ehemalige Katastrophengebiet - und zeigte sich erstaunt über die positive Einstellung der Menschen.

Bei seinem Besuch in Deggendorf ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe hat Bundespräsident Joachim Gauck den Fortschritt der Sanierungsarbeiten und den Optimismus der Menschen gelobt. „Wir haben gesehen, was wir vor einem Jahr so gehofft hatten: Deggendorf blüht,“ sagte er am Montag bei einem Gespräch mit Helfern und Einsatzkräften. „In Situationen wie der vor einem Jahr spüren die Menschen, dass es sich nur zu leben lohnt, wenn man füreinander einsteht. Ich danke Ihnen für Ihre Tatkraft.“

Gauck war bereits im Sommer 2013 während des Hochwassers zu Gast im niederbayerischen Deggendorf. Damals war er erschüttert über die Gewalt der Wassermassen und versprach wiederzukommen. Am Montag informierte er sich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt über den Fortschritt der Sanierungsarbeiten und über die Frage, wo noch Hilfe nötig sei.

Auch ein Jahr nach der Katastrophe seien die Folgen in Deggendorf noch deutlich spürbar, berichtete Reiner Fleischmann, der Leiter der psychosozialen Notfallversorgung. Viele Menschen hätten Angst vor einer neuen Flut und Kinder könnten bei Regen nicht schlafen. „Es sind materielle und seelische Schäden, die die Menschen hier noch immer belasten“, erklärte er. Gauck zeigte sich offen für neue Impulse und versprach, Anregungen mit nach Berlin zu nehmen. „Dass wir auf dem psychosozialen Sektor noch so lange nacharbeiten, hätte ich nicht gedacht“, zeigte er sich überrascht.

Das Hochwasser der Donau hatte in Deggendorf verheerende Schäden angerichtet. Tausende Menschen mussten im vergangenen Jahr ihre Häuser verlassen. Der Schaden wurde auf mehr als 500 Millionen Euro geschätzt.

Einen persönlichen Eindruck der aktuellen Lage wollte sich der Bundespräsident am Nachmittag in den Ortsteilen Natternberg und Fischerdorf machen. Beide gehörten zu den am stärksten betroffenen Gebieten des Hochwassers. Nach Dammbrüchen im Juni 2013 standen die Fluten dort mehrere Meter hoch. Mehr als 150 Häuser mussten abgerissen werden.

dpa

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