Ausschweifende Partys sorgen für Ärger

Gebirgsschützenhütte: Go-Go-Girls lassen's krachen

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In der Gebirgsschützenhütte in Rottach-Egern wurde eine Party mit Go-Go-Girls gefeiert. Den Schützen gefällt das gar nicht.

Rottach-Egern - Die Gebirgsschützenhütte in Rottach-Egern ist wie gemacht für urige Veranstaltungen. Jetzt sorgt ausgerechnet eine Party mit Go-Go-Tänzerinnen für Aufregung.

Im Jahr 2001 wurde die Gebirgsschützenhütte der Kompanie Tegernsee im Lori Feichta in Enterrottach eingeweiht. Zum Dank an die großzügigen Förderer wurde sie nach Otto und Inge Beisheim benannt. Das Interieur könnte bayerischer nicht sein: Viel Holz, bäuerliche Einrichtung, karierte Tischdecken, Schützenscheiben an den Wänden, darunter eine für Ehrenmitglied Joseph Ratzinger, den früheren Papst Benedikt.

Die Kompanie richtet dort ihre Vereinsfeste aus. Aber auch Hochzeiten, Geburtstage sowie Veranstaltungen des Fördervereins gehen dort über die Bühne. Rottacher Hotels nutzen die Hütte, um ihren Gästen bayerische Abende zu bieten. Goaßlschnalzer, Alphornbläser und Pferdekutschen sorgen dann für das passende Flair. Auch eine Bürgerversammlung hielt der frühere Bürgermeister Franz Hafner dort schon ab.

Dass jetzt ausgerechnet in der Hütte des Traditionsvereins eine ausschweifende Party mit Tänzerinnen über die Bühne gegangen ist, liegt Gebirgsschützen-Hauptmann Florian Baier schon arg im Magen. Junge Tänzerinnen, bekleidet in Hot Pants und dünnen Blusen, hatten dort bis in die Morgenstunden die Stimmung angeheizt. „Das war nicht in unserem Sinne“, bedauert Baier. Noch dazu, wo doch das Bild Ratzingers und eine Madonna die Hüttenwand zieren, so Baier.

Die frühere Hütten-Betreiberin Ulrike Marschall hatte die Party noch an Land gezogen und an den Münchner Promi-Wirt Michael Käfer vergeben – inklusive Rahmenprogramm. Von Marschall als Wirtin hat sich die Kompanie inzwischen getrennt. Sieben Jahre lang war sie für die Bewirtung zuständig. Und offenbar lief schon seit einiger Zeit nicht immer alles nach dem Geschmack der traditionsbewussten Gebirgsschützen. Seit Januar sorgt der Rottacher Gastronom Martin Frühauf für das Wohl der Gäste (wir berichteten).

Der 52-Jährige genießt das Vertrauen des Hauptmanns. „Diese Party meiner Vorgängerin hat uns schwer tangiert“, sagt Frühauf, der um seinen guten Ruf kämpft und mit dem romantischen Hütten-Charme, der guten Qualität der Speisen und bestem Service wirbt. „Was da stattfand, spiegelt nicht die Situation in der Hütte wider.“ 30 bis 40 Veranstaltungen finden laut Florian Baier jährlich in der Hütte statt. Die Kompanie profitiere zwar von den Events, „doch wir haben auch viele Ausgaben“, betont Baier. Schließlich sei die Hütte jetzt 14 Jahre alt, ständig müsse ein Gerät in der Küche erneuert und die Hütte auf Vordermann gebracht werden. 17 000 Euro seien allein für die Deckung der Unkosten nötig. Ausrutscher wie zuletzt wird es künftig nicht mehr geben. Die Hütte bleibt durch und durch bayerisch. Schließlich ist Frühauf selbst aktiver Gebirgsschütze.

Von Gerti Reichl

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