Geburtstagsfest für Franz Herzog von Bayern

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Münchens Oberbürgermeister Christian Ude gratuliert Franz Herzog von Bayern zum Geburtstag.

Oberschleißheim - Mit einem weiß-blauen Fest hat Franz Herzog von Bayern seinen 80. Geburtstag gefeiert. Schützen, Trachtler und die Blasmusik marschierten auf. Sogar Dackel defilierten vor der Schlosskulisse am adeligen Hundefreund vorbei.

Er meidet Defilees, wann immer es geht - doch am Montag kam Franz Herzog von Bayern dem Zeremoniell nicht aus. An die 200 Vertreter des Adels, Politiker, Künstler, Kirchenvertreter und Industriebosse wollten dem Chef des Hauses Wittelsbach persönlich zum 80. Geburtstag gratulieren. Und der Jubilar ertrug es tapfer. Viele Frauen vor allem aus der großen eigenen Familie wurden vom „Geburtstagskind“ geherzt, überhaupt hatte der Empfang vor der repräsentativen Kulisse von Schloss Schleißheim vor den Toren der Landeshauptstadt einen betont familiären Charakter. Der Herzog wäre heute König von Bayern, gäbe es die Monarchie im Lande noch.

Schon als Franz von Bayern im Schloss die persönlichen Glückwünsche entgegennahm, waren die Klänge der Spielmannszüge und Blaskapellen nicht zu überhören, die im Park bei Kaiserwetter aufmarschierten. Viele der 2500 geladenen Gäste trugen Tracht, so auch Stargeigerin Anne-Sophie Mutter. Sie pries den Wittelsbacher-Chef als „Förderer der schönen Künste und Vorbild für die Gesellschaft“. Auch der scheidende Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, Kent Nagano, gratulierte artig.

Ministerpräsident Horst Seehofer brachte fast das gesamte Kabinett mit, Finanzminister Markus Söder (beide CSU) fiel durch eine recht salopp getragene beige Leinenhose auf. Seehofer wünschte dem Wittelsbacher-Chef vor allem Gesundheit, „denn wir brauchen ihn“. Er verriet, dass er sich bei Franz von Bayern schon oft Ratschläge - etwa bei der Standortwahl für das Haus der bayerischen Geschichte in Regensburg - geholt habe.

Kardinal Walter Brandmüller übergab ein Kuvert mit einem Glückwunsch von Papst Franziskus. Auch die Münchner Kardinäle Reinhard Marx und Friedrich Wetter gratulierten persönlich, ebenso die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Die Wirtschaft war neben anderen Firmenbossen mit Siemens-Chef Peter Löscher vertreten.

Auch Luitpold Prinz von Bayern und Leopold Prinz von Bayern brachten ihre Familien mit, einige Gratulanten schoben gar Kinderwagen mit Babys am kinderlosen Jubilar vorbei. Auch Alt-Bundespräsident Roman Herzog und seine adlige Gattin, Alexandra Freifrau von Berlichingen, stellten sich in der langen Reihe der Gratulanten an. Ein spontanes Ständchen, darunter das Volkslied „Fein sein, beinander bleibn“, sang der Tölzer Knabenchor.

Nach dem rund einstündigen Defilee ging es bei sengender Hitze ins Freie. Dort nahm Franz von Bayern - zeitweise auf einen Gehstock gestützt - einen Ehrenzug von 500 winkenden Schützen und Trachtlern in farbenfrohen Gewändern ab. Böller- und Gebirgsschützen schossen einen ohrenbetäubenden dreifachen Salut. Der Bayerische Dachshundclub defilierte mit zehn Dackeln an dem bekennenden Hundefreund vorbei. Es erklang der bayerische Defiliermarsch, auch die Bayernhymne durfte nicht fehlen. Nach dem Ehrenzug gab es für die teilnehmenden Gruppen Ehrenzeichen aus der Hand des Jubilars.

Schon vor dem Empfang hatte Franz von Bayern Journalisten gegenüber begründet, warum er sich zum Geburtstag statt Geschenken Spenden für bedürftige kinderreiche Familien in Griechenland gewünscht hatte. Es sei untragbar, „dass heute noch in Europa Kinder hungern müssen“, sagte der Herzog. Gefragt, wie er seinen eigentlichen Geburtstag am 14. Juli gefeiert habe, verriet er: „In aller Ruhe und relativ weit weg.“

Der studierte Diplomkaufmann ist leidenschaftlicher Sammler von moderner Malerei und Grafik. Große Teile seiner Sammlung stellte er der Münchner Pinakothek der Moderne zur Verfügung. Er berät mehrere Museen und ist Mitglied des International Council beim „Museum of Modern Art“ in New York. Dem Haus Wittelsbach steht der unverheiratete Herzog seit dem Tod seines Vaters 1996 vor.

dpa

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