Betrunkener baut Frontalcrash - Frau stirbt

Geisterfahrer wegen Mordes vor Gericht

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Der Angeklagte Christian M. geht am 18.11.2013 zum Gerichtssaal des Landgerichts Regensburg.

Regensburg - Durch einen 33-jährigen Geisterfahrer kam im März auf der A3 eine 59-jährige Frau ums Leben: Nun steht der Mann wegen Mordes vor dem Landgericht Regensburg.

Er war sturzbetrunken, stand unter Drogen und besitzt keinen Führerschein. Trotzdem fuhr Christian M. (33) im März auf die Autobahn 3, wendete dort auf einem Parkplatz und war ab sofort als Geisterfahrer unterwegs, Dabei rammte er bei Sinzing nach etwas über zwei Kilometern den VW einer Frau (59) - die dabei ums Leben kam. Seit gestern muss er sich für die Geisterfahrt vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Und zwar wegen Mordes!

Bereits wenige Stunden vor dem tödlichen Unfall war der gelernte Schweißer im Raum Regensburg aufgefallen, weil er mit dem Auto Schlangenlinien gefahren war und mehrfach die Vorfahrt missachtet hatte. Die Polizei hatte sofort begonnen, nach ihm zu fahnden, sie konnte den Geisterfahrer-Unfall aber nicht mehr verhindern.

Der Angeklagte, der aus Spiegelau (Kreis Freyung-Grafenau) kommt, fuhr schließlich auf die A3. Den Ermittlungen zufolge steuerte er dort einen Parkplatz an, wendete und fuhr mit Tempo 120 entgegen der Fahrtrichtung zurück.

Schon nach wenigen hundert Metern kam es beinahe zu einem ersten Zusammenstoß. Der andere Fahrer konnte im letzten Moment ausweichen; es wurde lediglich ein Seitenspiegel abgerissen. „Dies war das Signal für den Angeklagten, dass er falsch unterwegs war“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gestern. Der 33-Jährige sei aber weitergefahren. Nach etwa 1,7 Kilometern kam es zu dem verheerenden Zusammenstoß – deshalb geht die Anklagebehörde hier von Mord aus. Denn: Die Frau habe keine Chance gehabt, dem Geisterfahrer auszuweichen; sie sei arg- und wehrlos gewesen. Wer auf einer Autobahn korrekt fahre, müsse auch nicht damit rechnen, dass ihm jemand entgegenkommt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Fahrer heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln einen Menschen getötet hat. Die Frau erlag noch an der Unglücksstelle ihren Verletzungen. Der Unfallverursacher aus Spiegelau überlebte schwer verletzt.

Beim Prozessauftakt machte hüllte sich der Angeklagte in Schweigen. Zum Tatzeitpunkt saß der Mann übrigens eine Haftstrafe wegen Drogendelikten ab, hatte aber Freigang.

Das Urteil wird für Ende November erwartet.

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