Andere Maßnahmen im Ausland

Geisterfahrer: Warum gibt es bei uns keine Zacken?

Deggendorf - Am Wochenende kam es in Bayern schon wieder zu einem Geisterfahrer-Unfall mit Todesopfern. Im Ausland gibt es ganz andere Maßnahmen, um Falschfahrer zu stoppen. Warum bei uns nicht?

Am Wochenende starben zwei Menschen bei einem Geisterfahrer-Unfall in Niederbayern.

Die Zahlen sprechen für sich: 400 Geisterfahrer-Warnungen gibt es jährlich allein in Bayern. Wie könnte man die gefährlichen Irrfahrten generell verhindern?

In Ländern wie den USA oder der Türkei sorgen scharfe Metallzacken an Autobahneinfahrten dafür, dass niemand in die falsche Richtung einfährt. Tut er dies doch, schlitzen die aus der Fahrbahn stehenden Eisenkanten die Reifen auf. Vorteil: Auch Menschen mit Selbstmordabsichten können so nicht auf die falsche Fahrbahn der Autobahn gelangen. Das deutsche Verkehrsministerium hält von dieser drastischen Methode wenig: Weil die Zacken auch verhindern, dass Rettungswagen den kürzesten Weg zu Unfallorten einschlagen könnten. Zudem wäre es zu teuer, alle Auffahrten mit den Zacken auszurüsten.

In Italien und Spanien sind Geisterfahrten hingegen unmöglich. Der Grund: Dort verhindern beschrankte Mautstationen eine Falschfahrt. In Österreich warnen auffällige Warnschilder vor Fehlern. Diese stellte Verkehrsminister Peter Ramsauer vor zwei Jahren auch an einigen Schwerpunkten in Deutschland vor. Er möchte, dass die Schilder hierzulande überall zur Pflicht werden. Und die Autoindustrie? Mercedes beispielsweise plant heuer ein Warnsystem vorzustellen, das erkennt, wenn der Fahrer falsch auf die Autobahn einbiegt.

tz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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