Skrupellose Tierschänder

Gekreuzigter Kormoran: 1000 Euro Belohnung

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Grausiger Fund vor der Hirschauer Bucht: Unbekannte hatten dort einen Kormoran regelrecht ans Kreuz genagelt.

Grabenstätt - Wie skrupellos kann man sein? Nachdem Tierschänder am Chiemsee einen Kormoran gekreuzigt hatten, hat die Peta jetzt eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt.

Diese grausame Geschichte hat hohe Wellen geschlagen: Unbekannte haben im Naturschutzgebiet der Hirschauer Bucht am Chiemsee einen Kormoran mit den Flügeln an ein Kreuz im Wasser genagelt. Die Tierrechtsorganisation Peta hat reagiert und eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise ausgesetzt. „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der oder die Täter aus örtlichen Fischereikreisen kommen. Immer wieder machen Fischer aus Unwissenheit Stimmung gegen Kormorane, weil sie die Vögel als Konkurrenten ansehen“, erklärt Peter Höffken, Fachreferent der Peta.

Toter Vogel mittlerweile entfernt

Mittlerweile wurde der tote Vogel von der Wasserschutzpolizei entfernt und einer Seebestattung übergeben, bestätigt Rudolf Kick, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Prien, auf Nachfrage unseres Partnerportals innsalzach24.de. "Dieser Bereich ist natürlich nur mit einem Boot zu befahren. Da die Wasserschutzpolizei bei dem tiefen Wasser schon Probleme mit ihrem großen Boot hatte, kann man davon ausgehen, dass Unbekannte die Stelle mit einem Ruderboot angesteuert haben", erzählt der Chef der Priener Polizei.

"Aufgrund des absolut fortgeschrittenen Verwesungszustandes kann nicht eindeutig festgestellt werden, wie das Tier ums Leben kam" erklärt Kick. Zum Zeitpunkt des Auffindens war der Kormoran mindestens eine, wenn nicht sogar schon zwei Wochen tot. Die Ermittlungen gehen weiter, da eventuell ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt und der Kormoran unerlaubt gejagt und geschossen worden sein könnte.

Unbekannte hatten im tiefen Wasser vor der Hirschauer Bucht am Chiemsee einen Kormoran förmlich gekreuzigt. Der tote Vogel hing mit ausgestreckten Flügeln an einer Holzkonstruktion - Vogelschützer sind noch immer entsetzt.  "Statt sich über die vielfältige Vogelwelt und urtümliche Natur zu freuen, müssen die Besucher des Beobachtungsturms Hirschauer Bucht einen gekreuzigten Kormoran sehen." Sabine Pröls, Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach des Landesbundes für Vogelschutzes (LBV), ist bestürzt über den grausigen Anblick des gekreuzigten Opfers. „Dies ist eine Geschmacklosigkeit sondergleichen und eine Rohheit gegenüber der Natur".

Die Motive des Tierschänders liegen indes im Dunkeln. Sollten Artgenossen abgeschreckt oder angelockt werden? Oder handelt es sich um eine symbolische "Bestrafung" des Vogels, der als Fischfresser Anglern und Berufsfischern Sorgen macht?

am/innsalzach24

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