Gelber Schleier über Bayern

Der Saharastaub, der keiner war - und seine Ursachen

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Der gelbe Schleier in den Bäumen, aufgenommen am Dienstag zwischen Penzberg und Benediktbeuern.

München - Der gelbe Staub war überall - bis der Regen kam. Schuld war nicht etwa der Wüstenstaub, sondern die Fichte. Und das kommt gar nicht so häufig vor.

Die Motorhauben waren voll damit, auf Terrassen und Fensterbrettern schimmerte es am gestrigen Dienstag gelb. Die erste Reaktion vieler Beobachter: Schon wieder Saharastaub. Aber schnell war klar, dass es sich diesmal nicht um die aufgewirbelten Kleinstpartikel aus afrikanischen Wüstenregionen handelte - sondern vor allem um Fichtenpollen.

Der Staubschleier über Ebersberg.

Das bestätigte Professor Jeroen Buters vom Münchner Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM). Die Menge des Blütenstaubs allerdings sei schon beachtlich. "So eine Riesenmenge gibt's nicht jedes Jahr, sondern höchstens alle zwei bis drei Jahre", erklärt der Experte.

Die Fichte entwickelt nämlich in der Regel nur im Abstand von drei bis vier Jahren Blütenknospen und Blüten. In diesem Jahr scheinen die Fichten besonders stark zu blühen. Und weil es am Dienstag außergewöhnlich warm wurde, öffneten sich die männlichen Blüten schlagartig und schütteten ihre Pollen aus. So kam es zu dem gelblichen Schleier, der sich über München und das Umland legte. In Ebersberg war das Naturschauspiel besonders deutlich zu beobachten.

Aber was bedeutet der kräftige Pollenflug für Allergiker? Erst einmal nicht viel: Fichtenpollen sind für Allergiker in der Regel kein Problem. Problematisch ist für viele eher die Birke - und deren Blütenstaub fliegt derzeit auch schon durch die Luft. Zur Unterscheidung: Die Birken-Pollen sind quietschgelb, während die Pollen der Fichte eher leicht gelblich sind - und somit eher ein Ärgernis für Autobesitzer darstellen, als für geplagte Allergiker.

dg/mmä

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