Staatsanwaltschaft nimmt Berufung zurück

Geldstrafe nach Horrorfahrt mit zwei Todesopfern

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Todesfahrerin Claudia W. verursachte den furchtbaren Unfall in Peißenberg. Ihre Berufung am Landgericht wurde zurückgezogen.

Peißenberg - Ein tragischer Unfall auf der Ortsumgehung bei Peißenberg hat am 19. Dezember 2013 zwei Fußgänger das Leben gekostet. Am Montag wurde der Fall vor Gericht verhandelt.

Ein 77-Jähriger und seine Tochter (54) starben. Eine 39-Jährige war mit ihrem Auto ins Schleudern geraten und erfasste die beiden. Am Montag wurde der Fall am Landgericht München II verhandelt. Das berichtet der Münchner Merkur.

Es war bereits der zweite Prozess in dieser Sache. Im November 2014 hatte das Amtsgericht Weilheim die Verkäuferin zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt. Dagegen war die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen.

Die heute 42-Jährige war damals zum 18. Geburtstag ihrer Nichte unterwegs gewesen. Auf dem Weg von der Arbeit in Herrsching nach Peißenberg geriet die Angeklagte nach dem Guggenberg-Tunnel nach rechts ins Bankett, zog nach links – wohl zu stark, anschließend nach rechts, um einem entgegenkommenden Fahrzeug auszuweichen. Schließlich krachte sie auf den Wirtschaftsweg, auf dem Vater und Tochter einen Spaziergang machten.

Schwer verletzt stieg die Autofahrerin aus ihrem Wagen. „Ich bin schuld, ich bin schuld!“, rief sie verzweifelt. Das sollten später Zeugen berichten. Als die unter Schock stehende Frau die beiden Opfer sah, brach sie zusammen. An all das konnte sie sich vor Gericht, wie auch schon kurz nach dem Unfall, nicht mehr erinnern.

Immer wieder wischt sie sich die Tränen aus den Augen. Sie berichtet von einer Trauma-Konfrontation, mit der sie versucht hat, die Ursache herauszufinden – erfolglos. Nur mit Hilfe einer Therapeutin und Medikamenten fand die Angeklagte ganz langsam wieder ins Alltagsleben zurück.

Seit März 2015 arbeitet sie wieder Vollzeit. An der Unfallstelle muss sie täglich vorbeifahren. Das bereitet ihr enorme Schwierigkeiten, sie will die Stundenzahl reduzieren, aber nicht wechseln. Die Stimmung sei gut, die Kollegen würden sehr viel Rücksicht auf sie nehmen.

Der Staatsanwalt nahm die Berufung schließlich zurück. Damit bleibt es bei der Geldstrafe von 7200 Euro und dem zweimonatigen Fahrverbot. Ihren Führerschein gab die Frau noch im Gerichtssaal ab.

Angela Walser

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