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Attacke auf Rettungswagen: Erst dachten sie, es sei ein Beschuss

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Zeugnis der dreisten Tat: Die Windschutzscheibe des Rettungswagens zeigt genau, wo der Stein einschlug.
Zeugnis der dreisten Tat: Die Windschutzscheibe des Rettungswagens zeigt genau, wo der Stein einschlug. © NEWS5 / DESK

Es ist der Alptraum jeden Sanitäters: Die Versorgung eines Patienten wird verzögert. Doch warum dies beim BRK in Gemünden passierte, ist besonders dreist.

Margarete Senft und Ralf Krotky sind ein eingespieltes Team. Schon seit Jahren arbeiten die beiden beim Bayerischen Roten Kreuz in Gemünden (Landkreis Main-Spessart). Wenn sie ausrücken, geht es im Zweifel um Leben und Tod. "Bei manchen Einsätzen zählen bei uns Sekunden", erklärt Krotky. Vor kurzem wurden die beiden aber mehr als unsanft ausgebremst, als sie mit ihrem Rettungswagen - samt Patient an Board - an einem verregneten Sonntagabend auf der B26 bei Gambach unterwegs waren.

Rettungswagen in Gemünden von Stein getroffen

Ausgebremst von einem Unbekannten, der völlig unvermittelt einen Stein auf den Rettungswagen warf. "Die Kollegin saß am Steuer, hat geschrien und gesagt, wir werden beschossen", erinnert sich Ralf Krotky, der zu diesem Zeitpunkt im Rettungswagen den Patienten versorgte. Die tragische Folge des Wurfs: Der Rettungswagen musste anhalten und konnte seine Fahrt nicht fortsetzen. Der Patient musste deshalb in einen extra dazu beorderten, zweiten Rettungswagen verlegt werden.

Unbekannter Täter bewarf auch Polizei

Senft und Krotky blieben an jenem Abend nicht die einzigen, die von den Steinen des Mannes, der wohl auf einer Mauer am Fahrbahnrand saß, getroffen wurden. Neben mehreren Autos wurde sogar die Polizei, die Krotky nach der Attacke alarmierte, getroffen. "Die Kollegen wurden von dem Täter beschmissen, darauf beschimpfte er sie und ergriff die Flucht", erklärt Thomas Miebach von der Polizeiinspektion Karlstadt. Bis heute konnte der Unbekannte, der laut dem Beamten zwischen 17 und 23 Jahren alt ist, nicht gefasst werden. Immerhin wurde niemand verletzt, trotzdem hat Miebach gerade für die Attacke auf den Rettungswagen keinerlei Verständnis. "Dass jemand Steine wirft, ist nicht neu. Erschreckend ist, dass das Ausmaß an Dummheit nicht abebbt, sondern zunimmt", sagt der Polizist.

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Der Rettungswagen des Roten Kreuzes wurde mittlerweile wieder repariert, doch der Schrecken sitzt der Besatzung immer noch in den Knochen. "Es ist ein komisches Gefühl geblieben, immer wenn ich nachts durch den Wald fahre, denke ich, da könnte wieder jemand sitzen", sagt Krotky. Warum der Mann mit Steinen warf, ist bisher noch völlig unklar. "Der hat aber gewusst, dass er auf einen Rettungswagen wirft", ist sich Senft sicher.

mm/tz (mit Material von News5)

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