Förderverein Schneesport vs. Hotelier

Sonnenbichl: Klares Ja für neues Zielhaus

Verhandlung im Zielraum: Richterin Cornelia Dürig-Friedl (im Kreis) beurteilte die Lage am Sonnenbichl. foto: tp

Bad Wiessee - Der Förderverein Schneesport im Tegernseer Tal möchte am Sonnenbichl ein neues Zielhaus bauen. Den Besitzern des angrenzenden Hotels passt das nicht - weil auch sie mit dem Skihang werben.

Etwas trostlos steht das kleine Kassenhäuschen am Fuße des Sonnenbichlhangs in Bad Wiessee da. Daneben hält die Umlenkstation des Schlepplifts Sommerschlaf. Am Waldrand hebt sich idyllisch das Hotel Am Sonnenbichl ab. Wo im Winter Nachwuchsrennläufer ihre Rennen austragen und auch mal Weltcupstars wie Vicky Rebensburg oder Tina Maze eine Trainingseinheit einschieben, wurde gestern ein Rechtsstreit ausgetragen.

Der Betreiber des Trainingszentrums, der Förderverein Schneesport im Tegernseer Tal, möchte im Zielbereich ein neues Gebäude errichten. Darin soll nicht nur das Kassenhäuschen integriert werden, auch die Umlenkstation des Lifts soll Unterschlupf finden. „Das Kassenhäuschen ist zu eng“, sagte Anton Schwinghammer, Vorsitzender des Fördervereins. „Außerdem brauchen wir bei Rennen Platz für Zeitnehmer und Sprecher.“

Vier Offizielle seien laut FIS-Regularien pro Rennen notwendig, betonte Fördervereinsmitglied Wolfgang Rebensburg, Vater von Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg. Unterkommen sollen sie im ersten Stock des 6,40 Meter hohen Neubaus. Auch ein kleines Büro für den Betriebsleiter ist geplant. Die Gemeinde Bad Wiessee begrüßte den Erweiterungsbau, auch das Landratsamt Miesbach gab bereits sein Okay.

Die Besitzer des benachbarten Hotels Am Sonnenbichl, Peter und Bodo Rüter, wollen das geplante Häuschen verhindern. „Das passt überhaupt nicht in die Landschaft. Muss es denn in dieser Größe sein?“, wollte Rechtsanwalt Helmut Menche wissen. Er vertrat die Kläger beim Ortstermin des Verwaltungsgerichts München. Schwinghammer verdeutlichte die Notwendigkeit anhand von Zahlen: „Von Ende Dezember bis Mitte April hatten wir im vergangenen Jahr hier an fast jedem Wochenende ein bis vier Rennen.“ Diesen Winter werden auf dem knapp 600 Meter langen Hang auch wieder Europacups ausgetragen.

Dürig-Friedl ließ bereits durchblicken, dass die Klage keinen Erfolg haben wird, das Urteil wird heute gefällt. Bürgermeister Höß hofft auf eine gütliche Einigung. „Ich fände es schön, wenn die Parteien aufeinander zu gehen würden. Das wäre für beide eine win-win-Situation.“ Schließlich übernachten schon jetzt Rennteilnehmer dort, bei der Montgolfiade 2012 organisierte man sogar ein Event zusammen. Rebensburg sagte: „Angebote haben wir genug gemacht.“ Trotzdem signalisierte der Förderverein Gesprächsbereitschaft.

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