Ein Todesopfer auf der A94

Glatteis bringt ganz Bayern ins Schleudern

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Der schlimmste Unfall passierte auf der A94 bei Töging. Hier kam ein 34-Jähriger aus dem Rottal ums Leben

München - Spiegelglatte Straßen und dazu vielerorts ewig lange Staus: Wer am Dienstag am frühen Morgen mit dem Auto unterwegs war, hatte es wahrlich nicht leicht. Der plötzliche Wintereinbruch sorgte im Großteil Bayerns für ein echtes Chaos.

So ereigneten sich beispielsweise allein im südlichen Oberbayern in kürzester Zeit 33 Unfälle. Die traurige Bilanz: Ein Mensch verlor sein Leben, vier weitere wurden schwer verletzt.

Der schlimmste Zusammenstoß geschah um 6.55 Uhr auf der A94 nahe Töging: Ein Arbeiter (26) aus dem Landkreis Rottal-Inn fuhr mit seinem Lieferwagen in Richtung München. Beifahrer war ein 34-jähriger Arbeitskollege, der ebenfalls dort wohnt. Das Auto kam auf der glatten Überholspur plötzlich ins Schleudern und prallte in die Mittelleitplanke. Von dort drehte sich das Fahrzeug zurück und kam quer auf der Überholspur zum Stehen. Der Fahrer eines nachfolgenden österreichischen Lkw-Aufliegerzuges knallte direkt in den Wagen. Der Beifahrer wurde dabei so schwer verletzt, dass er verstarb. Die A94 musste für Stunden komplett gesperrt werden.

Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging: Ein Toter

Schwerer Unfall auf der A94 bei Töging: Ein Toter

Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich gegen 8.45 Uhr bei Feichten. Auf der Kreisstraße geriet die Fahrerin eines Renault auf der glatten Fahrbahn in den Gegenverkehr und prallte direkt in einen Ford Ka. Der Fahrer eines VW konnte nicht mehr bremsen und schoss ebenfalls in die Unfallstelle. Alle Beteiligten kamen ins Krankenhaus.

Aber nicht nur die Pendler in Südostbayern traf der Wintereinbruch hart, auch in Mittelfranken herrschte vielerorts Chaos. So verwandelte ein Hauch von Schnee die Straßen in Nürnberg in Rutschbahnen. Auch hier gab es unzählige Unfälle mit Blechschäden. Nach Angaben der Polizei kamen viele Autofahrer zu spät zur Arbeit. „Viele haben sich anscheinend noch nicht auf Schnee und Eis eingestellt“, so ein Polizeisprecher. Er räumte allerdings ein, dass die Umstände gestern besonders tückisch gewesen seien: „Der Schneefall hat praktisch erst mit Beginn des Berufsverkehrs eingesetzt.“ Vielerorts sei die vom Streusalz angetaute dünne Schneedecke wegen der morgendlichen Minusgerade sofort wieder angefroren und habe die Straßen in Eisflächen verwandelt.

tz

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