Polizei ermittelt

Missbrauchsfall bei Nikolauslauf 

Königssee - Als Krampusse und Buttenmandl verkleidet, zogen 23 junge Burschen am Nikolaustag durch Königssee. Zwei nutzten ihr Kostüm, um anonym Frauen zu begrapschen. 

Dass beim Nikolauslauf am 6. Dezember Krampusse und Buttenmandl die Straßen unsicher machen, das ist den Frauen in Königssee bekannt. Eigentlich ein schöner Brauch - aber nur innerhalb gewisser Grenzen.

Wie die Abendzeitung berichtet, setzten sich zwei oder drei der 23 Burschen, die am vergangenen Dienstag durch den Ort zogen, über diese Grenzen hinweg. Sie nutzten die Anonymität, die ihnen ihr Kostüm verlieh, um unerkannt Frauen zu begrapschen. 

Sie klingelten an einem der Häuser, eine 23-Jährige und ihre 31-jährige Freundin öffneten die Tür. Daraufhin zogen die Männer die beiden Frauen ins Freie und warfen sie vor dem Haus auf eine Wiese. Dort griffen sie den Frauen unter den Pullis an die Brüste und auch in den Schritt. 

Anschließend zogen die Burschen weiter, die Frauen erstatteten Anzeige bei der Polizei. „Wir ermitteln wegen sexueller Nötigung“, sagt Polizeihauptkommissar Willi Handke, Polizeichef in Berchtesgaden im Gespräch mit der Abendzeitung. „Leider glauben anscheinend noch immer einige junge Männer, sie könnten verkleidet als Kramperl tun und lassen, was sie wollen. Das hat überhaupt nichts mit Brauchtum zu tun, was da in Schönau passiert ist.“

Den Tätern droht nun eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten. Zuvor war es bereits beim Perchtenlauf in Teisendorf zu Handgreiflichkeiten gekommen. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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