Haushamer ist fassungslos

Grausames Tierdrama: Wer hat mein Lamm geköpft?

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Christian Heringlehner ist fassungslos: Ein Lamm wurde auf der Weide brutal getötet – den Kadaver ließen die Täter zurück und nahmen nur den Kopf mit.

Hausham - Es muss ein furchtbarer Anblick gewesen sein: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat ein unbekannter Täter auf der Haushamer Alm einem Lamm den Kopf abgetrennt. Die Polizei tappt im Dunkeln. 

Christian Heringlehner ist fassungslos. „Ich weiß nicht, wie man einem Tier so was antun kann“, sagt der 51-jährige Haushamer. Unterhalb der Haushamer Alm, direkt am Ort, hält er 13 Schafe. „Jetzt sind es nur noch zwölf“, sagt er mit bebender Stimme. In der Nacht auf Sonntag wurde ein Lamm, keine sechs Monate alt, brutal getötet. „Dem armen Viech wurden einfach Kopf und Schulter abgeschnitten“, sagt Heringlehner zum Miesbacher Merkur und schluckt schwer.

Vor vier Jahren hat der gelernte Metzger, der einen Hausmeisterservice betreibt, mit der Schafzucht angefangen. „Das ist mein Hobby“, sagt er. Jeden zweiten Tag schaut er nach den Tieren, versorgt sie mit Heu, Brot und Wasser. So auch am Sonntagnachmittag. „Da hab’ ich meine Schaferl gezählt“, sagt Heringlehner. „Auf einmal hab’ ich gemerkt, dass was nicht stimmt.“ Ein Lamm fehlte.

Zuerst vermutete er eine Lücke im Zaun, durch die das Tier entwischt sein könnte. Doch dann machte er im Weidegras eine gruslige Entdeckung: Da lag sein kleines Lamm, tot. Das Jungschaf war enthauptet und ihm die Schulter abgeschnitten worden. Der entstellte Kadaver blieb im Gras zurück. Ein schlimmer Anblick, den Heringlehner wohl nie vergessen wird.

Über so viel Grausamkeit kann er nur den Kopf schütteln: „Wenn ich ein Schaf schlachten möchte, dann schieße ich ihm erst in den Kopf, damit es nicht leiden muss“, sagt der gelernte Metzger. Sein Lämmchen habe dagegen mindestens fünf Minuten leiden müssen. „Ein langer Todeskampf für das arme Viech.“

Über die Hintergründe der Tat tappt der 51-Jährige im Dunkeln. Als Metzger weiß er, dass ein Schafskopf eine Delikatesse ist. Und er weiß auch, dass mindestens zwei Personen an der Schlachtung seines Lamms beteiligt gewesen sein müssen. „Alleine fängst du das Tier nicht so leicht ein.“ Die Fußspuren im Gras würden auf mehrere Täter hindeuten. Vermutlich wurde das Jungschaf mit Futter angelockt, eingefangen und mit einem scharfen Messer geköpft. Was Heringlehner aber stutzig macht: „Ich habe fast kein Blut gesehen.“

In seiner Verzweiflung hat der Haushamer sämtliche Biotonnen in der Nachbarschaft auf Schafsfell durchsucht. Auch die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen – bislang ohne Erfolg. Es gibt noch keine Spur. Heringlehner hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Auch wenn sein Lamm dadurch nicht mehr lebendig wird: „Ich möchte wissen, wer das getan hat.“

Sebastian Grauvogl

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