Großes Angebot an Lehrstellen

Bayern liegt bundesweit auf Platz drei

Nürnberg - Eine gute Nachricht für alle künftigen Azubis: Bayern liegt bei der Zahl der Lehrstellenangebote bundesweit auf Platz drei.

Seltener war der Start in den Beruf für junge Menschen so einfach. Wer heute eine Lehrstelle sucht, kann inzwischen vielerorts in Bayern unter mehreren Angeboten auswählen. Selbst vermeintlich schwächere Bewerber haben inzwischen eine Chance.

Lediglich in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern kamen bis Ende März mehr Lehrstellen auf 100 Bewerber. Das geht aus jüngsten Zahlen hervor, die die bayerische Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit zum „Tag des Ausbildungsplatzes“ am Dienstag veröffentlichte. In Bayern standen ein halbes Jahr vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres statistisch 100 Bewerbern 125,3 Lehrstellen gegenüber. Bundesweit liegt das Verhältnis bei 100 zu 99.

Noch 34.000 Jugendliche auf der Suche

Wie die BA-Regionaldirektion berichtete, hatten sich bis Ende März 63.900 Lehrstellenbewerber bei den örtlichen Arbeitsagenturen gemeldet; dies sind 2,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dem stand ein Angebot von 80.000 Ausbildungsplätzen gegenüber - und damit 3,7 Prozent mehr als Ende März 2012. Auf Lehrstellensuche seien derzeit noch 34.100 Jugendliche, unbesetzt seien noch 45.100 Lehrstellen - rund 2000 mehr als vor einem Jahr.

Nicht an Freunden orientieren

„Die Zahlen sprechen dafür, dass sich die positive Entwicklung am Ausbildungsmarkt auch in diesem Jahr fortsetzen wird“, kommentierte der Chef der bayerischen BA-Regionaldirektion, Ralf Holtzwart, die Zahlen. Den Jugendlichen riet er, sich bei der Wahl des Ausbildungsplatzes nicht allein an den gerade angesagten Berufen zu orientieren oder die Berufswahl ausschließlich an der des Freundes oder der Freundin zu orientieren. Jugendliche sollten vielmehr den Beruf suchen, „der wirklich zu ihren Stärken passt“, betonte Holtzwart.

Derzeit konzentriere sich bei etwa die Hälfte der Bewerber auf nur zehn Berufe. Junge Frauen wollten am liebsten Bürokauffrau werden, bei jungen Männern stehe seit Jahren der Beruf des Industriemechanikers hoch im Kurs. Dabei werde vor allem Nachwuchs für den Verkauf und das Lebensmittelhandwerk gesucht; viele freie Lehrstellen gebe es auch noch im Tourismus und im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie in Maschinen- und Fahrzeugtechnik-Berufen.

Auch Schwächeren eine Chance geben

An die Unternehmen appellierte Holtzwart, angesichts des schrumpfenden Angebots auch vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben, etwa behinderten jungen Menschen, älteren Bewerbern oder auch jungen Müttern und Vätern. Zugleich kündigte Holtzwart verstärkte Anstrengungen der örtlichen Arbeitsagenturen an, allen jungen Leuten zu einer beruflichen Perspektive zu verhelfen. Jeder Jugendliche erhalte ein Angebot, keiner dürfe länger als vier Monate ohne Ausbildung oder Arbeit bleiben.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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