Grüne fordern

Wegen WM: Lasst die Schulen später beginnen

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Auch die Kleinen wollen kein WM-Spiel versäumen.

München - Die WM findet diese Jahr bekanntlich in Brasilien statt. Aufgrund der Zeitverschiebung werden manche Deutschland-Spiele erst um 22 Uhr angepfiffen. Die Grünen fordern daher einen späteren Schulbeginn.

Ab dem 12. Juni ist es wieder soweit: Dann befindet sich ganz Deutschland für vier Wochen im WM-Ausnahmezustand. Ob Frau oder Mann, ob groß oder klein – es wird Fußball geschaut. Und gefeiert! Vor allem für die jüngsten Fans gibt’s aber ein Problem: So manches Spiel in Brasilien wird erst um 22 Uhr unserer Zeit angepfiffen. Genau deshalb fordert der Grünenpolitiker und Landtagsabgeordnete Thomas Gehring aus Kempten: Lasst die Schule am nächsten Tag später beginnen!

Thomas Gehring fordert „ein bisserl Flexibilität“.

Ausschlafen nach der WM-Feier? Gehring geht es nur um die Deutschland-Spiele – und er ist Optimist: „Falls es unsere Mannschaft schafft, bis ins Finale zu kommen, gäbe es drei Spiele, die erst um 22 Uhr beginnen“, erklärt er gegenüber der tz. Und diese „wichtigen Ereignisse“ sollten auch die Schulkinder jeden Alters anschauen können. Die Schulen sollten daher die Möglichkeit haben, den Unterricht am nächsten Tag nach hinten zu verschieben. Das Kultusministerium solle eine entsprechende Empfehlung geben, sagte der Grünen-Bildungspolitiker. Und er fügte an: „Ein späterer Unterrichtsbeginn nützt nicht nur den Kindern, sondern auch den Lehrerinnen und Lehrern, die dann nicht vor einer gähnenden Klasse unterrichten müssen.“

Ist das alles machbar? Ludwig Unger, Sprecher des von der CSU geführten bayerischen Kultusministeriums, hegt zwar Verständnis für Eltern und Kinder: „Das klingt erst mal nett.“ Doch eine Verlegung des Unterrichtsbeginns auf einen späteren Zeitpunkt hält er für nicht machbar. „Schüler wie Eltern haben ja ein Anrecht auf einen geregelten Unterricht, dass er stattfindet, wie es vorgesehen ist.“ Es ergäben sich zudem etliche Probleme, etwa die Beaufsichtigung oder die Beförderung der Kinder mit dem Bus, was vor allem die ländlichen Gebiete beträfe. „Hier stellt sich die Frage: Wie sollen die Kinder in die Schule kommen?“ Zudem soll die Schule ja auch andere Fertigkeiten als nur Wissen vermitteln. Pünktlichkeit und Verantwortungsgefühl gehörten dazu. „Schule ist der Dienst“, sagte Unger, „und Fußball ist die Freizeit.“

age/mc

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