Frühere Abgeordnete ließ Falle aufstellen

Grüne Politikerin zahlt für getötete Katze

+
Maria Scharfenberg, als sie Abgeordnete war.

Regensburg - Sie war eine Rassekatze mit buschigem Schwanz, ein tolles Geschenk der Enkelin. Doch das Tier kam bei einem Unglücksfall ums Leben, es verendete in einer verbotenen Falle bei der Nachbarin. Diese Frau ist nicht irgendwer, sondern Grünen-Politikerin:

Es handelt sich um die stellvertretende Landrätin im Kreis Regensburg, Maria Scharfenberg (63), die bis zum Jahr 2014 auch im Landtag saß. Gegen eine Geldauflage wurden nun Ermittlungen gegen die Politikerin eingestellt.

Ihr Grundstück in Laaber soll von Ratten und Mardern befallen sein. Jemand stellte deswegen verbotenerweise eine Totschlagfalle auf. In diese tappte aber keines der Viecher, sondern die zutrauliche Katze der Nachbarin. Anschließend ermittelte die Staatsanwaltschaft Regensburg wegen „grundloser Tötung eines Wirbeltieres nach dem Tierschutzgesetz“. Nach Abschluss der Ermittlungen bot die Anklagebehörde Schwarzenberg an, „das Verfahren gegen eine Geldauflage im erhöhten vierstelligen Bereich einzustellen“, so der Regensburger Oberstaatsanwalt Theo Ziegler. Es soll sich dabei um einen Betrag über 5000 Euro handeln. Das Angebot habe die Politikerin akzeptiert. Gleichzeitig sagte Ziegler auch, „dass dies als Sanktion zu sehen ist“. Andernfalls wäre wegen des hinreichenden Tatverdachts ein Strafbefehl beantragt worden, über den ein Richter hätte entscheiden müssen.

Das Aufstellen einer solchen Falle ist Privatleuten übrigens grundsätzlich untersagt. Nur ein entsprechend ausgebildeter Jäger darf dies vornehmen.

Maria Scharfenberg bestätigte der Mittelbayerischen Zeitung, dass die Falle in ihrem Garten aufgestellt wurde. Dabei sagte sie auch, bevor sie sich in den Urlaub verabschiedete, „dass die Falle definitiv nicht von mir aufgestellt wurde“. Die Identität des Fallenaufstellers wollte sie nicht preisgeben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft trägt sie eh die Verantwortung am Tod der Katze. Deshalb wäre auch ein Strafbefehl beantragt worden, falls die Geldauflage nicht akzeptiert worden wäre. Das Angebot zur Einstellung gab es auch deswegen, weil der Politikerin keine besondere Schwere der Schuld unterstellt wurde. „Sie wollte den Tod der Katze auf keinen Fall“, so Oberstaatsanwalt Ziegler. Scharfenberg selbst spricht von einem Unfall, für den Tod der Katze hatte sie sich bei der Nachbarin entschuldigt.

Diese zeigte sich mit dem Ermittlungsverfahren zufrieden. Sie freut sich zugleich auch über Nachwuchs im Haus – herumtollender Katzennachenwuchs, zwei Kinder, fünf Monate alt.

Auch interessant

Meistgelesen

Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
82-Jähriger rast mit 180 über Bundesstraße – der Grund ist skurril
82-Jähriger rast mit 180 über Bundesstraße – der Grund ist skurril
Tote Triathletin: So bewegend nehmen Weggefährten Abschied
Tote Triathletin: So bewegend nehmen Weggefährten Abschied
Tote und Verletzte bei Unfall in Bayern
Tote und Verletzte bei Unfall in Bayern

Kommentare