„Almdorf“ in Tegernsee

Grünes Licht für Heidi-Land

Tegernsee - Die nächste Hürde für das geplante „Almdorf“ in Tegernsee ist geschafft: Nach dem Naturschutzbeirat des Landkreises hat der Umweltausschuss mit 9:3 Stimmen einer Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet zugestimmt.

Für die Stadt Tegernsee liegen die Vorteile auf der Hand: Die geplante Hotelanlage im Stil eines Almdorfs mit rund 70 Betten könnte dazu beitragen, den Bettenschwund zu stoppen. Die aufgelockerte Bebauung mit drei Hauptgebäuden und sieben kleinen Häusern sowie einer Tiefgarage sei wegen der Geländeform gut tragbar. Diese und andere Vorteile legte Tegernsees Vize-Bürgermeister Anton Staudacher (CSU) dem Gremium ans Herz, während er das Modell vom Almdorf herumreichte. Eine Fläche von 7300 Quadratmetern muss dafür aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgeklammert werden. Vier von sechs Umweltverbänden, so Herbert Lenz vom Landratsamt, haben da ihre Bedenken. Deren Kritik zielt auf die dichte Bebauung ab, auf den Bauplatz an exponierter Ortsrandlage sowie auf die Versiegelung der Fläche, die die Grundwasserströme negativ beeinflussen und geologische Risiken bergen könnte.

Michael Lechner (CSU) vertrat im Umweltausschuss die Befürworter und kam nach „vernünftiger und realistischer Abwägung“ zu dem Schluss: „Da passiert nichts Weltbewegendes.“ Er sei gegen den Lanserhof am Steinberg gewesen, wegen der Ausmaße, „doch diese Gebäudemaße des Almdorfs sind erträglich“. Lechner forderte jedoch eine rechtliche Absicherung, damit im Falle eines wirtschaftlichen Scheiterns die Häuser nicht in Privateigentum umgewandelt werden. Auch regte er den Einsatz regenerativer Energien an.

Roland Klebe (Grüne) gehörte zu den Gegnern und fand deutliche Worte: „Was heißt hier Almdorf? Das ist Lederhosenbarock und Jodelstil!“ Seine Aufgabe im Ausschuss sei, Flächenverbrauch zu vermindern. In dem Fall könne er kein Schutzgebiet opfern für eine Hotelanlage am Ortsrand. „Tegernsee sollte besser Flächen im Stadtinneren verdichten und seine Aufgaben am Krankenhaus-Grundstück und beim Guggemos erledigen“, sagte Klebe.

Mit der Mehrheit von 9:3 ist damit der Weg für das außergewöhnliche Hotel-Projekt am Fuße der Neureuth frei. Die Stadt Tegernsee kann nun das Bebauungsplanverfahren weiter vorantreiben.

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