Gruseltat von Bad Bayersoien: Das zweite Mordopfer

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Zweifacher Mörder? Der italienische Architekt Francesco Alfonzetti muss erneut vor Gericht. An diesem Feldweg soll er sein erstes Opfer getötet haben.

Bad Bayersoien - Neue Beweise liegen gegen den Killer von Bad Bayersoien vor: Die Behörden beschuldigen ihn, auch die Tochter des auf furchtbare Weise getöteten Opfers umgebracht zu haben.

Elisabeth Lansman (links) wurde überrollt. Ihre Tochter Eleonora Salomi (rechts) wurde erschossen.

Der Fall liegt fast zehn Jahre zurück, doch noch immer vergeht kaum ein Tag, an dem die Bürger von Bad Bayersoien (Kreis Garmisch-Partenkirchen) nicht an den Gruselfall zurückdenken müssen. Am 6. November 2001 wird eine Frauenleiche auf der wenig befahrenen alten Bundesstraße zwischen Saulgrub und Bad Bayersoien gefunden. Der Körper ist nackt, die Unbekannte war – so ergibt sich später – vergewaltigt worden. Anschließend wurde die Frau mehrfach von einem Auto überrollt. Nach jahrelangen und äußerst aufwendigen Ermittlungen stand ihre Identität fest: Das Opfer hieß Elisabeth Lansman (45), sie arbeitete als Schmuckhändlerin, stammte aus Amsterdam und lebte zuletzt in Süditalien. Im Jahr 2007 wurde schließlich ihre Geliebter, Francesco Alfonzetti, in Brindisi zu lebenslanger Haft verurteilt.

Jetzt gibt es neue Erkenntnisse in dem spektakulären Mordfall: Die italienische Polizei wirft dem Killer einen zweiten Mord in diesem Zusammenhang vor. Die Behörden beschuldigen ihn, auch Lansmans Tochter, Eleonora Salomi, getötet zu haben. Das berichtet das Garmisch-Partenkirchner Tagblatt.

Die 25-jährige Salomi war im Januar 2004 in ihrem Auto nahe Bari von den Carabinieri mit einem Kopfschuss tot aufgefunden worden. Selbstmord, hieß es damals. Die Kripo Garmisch war damals gerade auf den Weg nach Süditalien, um die junge Frau als Zeugin zu vernehmen.

Mörder hatte intimes Verhältnis zu Mutter und Tochter

Alfonzetti , der sowohl zu Mutter als auch mit der Tochter ein intimes Verhältnis gepflegt hatte, rief nach der scheinbaren Verzweiflungstat selbst die Polizei. „Ich habe sie nicht vom Selbstmord abhalten können“, winselte er gegenüber den Carabinieri in den Vernehmungen. Zweifel bei den Ermittlern blieben. Doch konnte dem Mörder von Lansman nicht nachgewiesen werden, dass er auch die Tochter – seine Geliebte – getötet hatte.

Vor zwei Jahren entdeckte aber dann die Polizei in einem Abwasserkanal nahe des Tatorts bei Bari eine Plastiktüte mit Kleidungsstücken des Architekten und Frauenmörders. Außerdem konnten dabei Schmauchspuren der Tatwaffe und Hautspuren mit der DNA der Freundin sichergestellt werden. Dann verdichtete sich die Beweislage gegen den 44-Jährigen: Dessen Ehefrau und Sohn widerriefen ihre frühere Aussagen, wonach Alfonzetti zur Tatzeit die ganze Nacht bei ihnen zu Hause gewesen sei. Vor Kurzem hat die Staatsanwaltschaft in Italien nun den Haftbefehl gegen ihn eröffnet, ihn erwartet ein zweiter Mordprozess.

Gericht hielt Aussage des Mörders für gelogen

Alfonzetti hatte in seinem ersten Verfahren bis zum Schluss beteuert, er habe mit dem Mord von Bad Bayersoien nichts zu tun. Zwar sei er im Auto gesessen, doch es sei die Tochter Eleonora gewesen, die ihre Mutter dreimal überrollt habe. Das Gericht glaubte ihm kein Wort.

Auf der Suche nach der Identität des entstellten Opfers standen die Ermittler der Soko Soien vor einer Mammutaufgabe. Sie gingen Vermisstenfällen in 48 Ländern nach, erst mit einer Isotopen-Analyse wurde Italien als Wohnort der Unbekannten ermittelt. Das passte zur Kleidung des Opfers, die an der österreichischen Grenze gefunden worden war. Den entscheidenden Hinweis brachte aber die Lederjacke der Frau: Das Stück einer Musterkollektion war nur 14 Mal verkauft worden. Diese Spur führte zu Elisabeth Lansman.

Ludwig Hutter

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