Mitten in Schongau

Gruslig: Unbekannter tötet Schafe und nimmt Kopf mit

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Zwei Kamerunschafe grasen friedlich am Schongauer Bahnberg. Zwei ihrer Artgenossen wurden am Samstag von einem Unbekannten getötet.

Grausame Tat auf der Weide: Mitten in Schongau sind am Samstag zwei Schafe getötet worden. Makaber: Von einem Schaf hat der Täter mit einem sauberen Schnitt den Kopf abgetrennt – und offensichtlich als Trophäe mitgenommen.

Schongau– Der Besitzer, ein Schongauer Hobby-Schäfer, ist erschüttert. Bereits 2016 starben zwei seiner Tiere unter ungeklärten Umständen.

Sein Entsetzen ist Benjamin Boos anzuhören. Der 29-jährige Schongauer Hobbyschäfer wurde am Samstagmorgen informiert, dass auf der Weide an der Fanschuhstraße ein totes Schaf liegen würde. Nahe des öffentlichen Gehwegs, am Schulweg. Die Nachricht erwies sich leider als nicht ganz vollständig, denn auf der Wiese inmitten der Stadt lagen tatsächlich zwei tote Kamerunschafe. Grausames Detail: Dem Tier auf dem uneinsichtigen Grundstücksteil wurde vom Täter der Kopf angeschnitten und mitgenommen. „Es ist erschreckend, wir haben den Kopf nicht gefunden“, berichtet Boos gestern. Dabei habe man sehr gründlich gesucht: „Wir sind den Grund drei, vier Mal abgelaufen. Und meine Hunde finden normalerweise alles – sie sind darauf spezialisiert.“

Erklären kann er es sich nicht, aber der Schäfer nahm sich sofort den Rat der Schongauer Polizei zu Herzen: Er solle die übrigen 17 Tiere an einen anderen, sicheren Platz bringen. Boos: „Die Polizei meinte, da will jemand ein Zeichen setzen.“ Noch am Samstagnachmittag transportierte er seine Tiere zum Bahnberg, wo weitere 19 Kamerunschafe weiden.

Tiere werden in Kraftisried obduziert

Was den Schongauer so erschüttert, ist nicht nur der fehlende Körperteil. Da muss sich jemand auch genau ausgekannt haben. Der Täter, der wohl gut mit dem Messer umgehen kann, hatte diesen fein säuberlich und fachmännisch abgetrennt. Das kann nicht einfach gewesen sein: Der Schäfer sagt, dass die Tiere normalerweise niemanden dicht an sich heranlassen. „Die Schafe sind sehr scheu, sie müssen vorher irgendwie betäubt worden sein“, schätzt Boos. Die toten Tiere wurden nach Kraftisried gebracht, wo sie obduziert werden, um die Todesursache festzustellen. Das Veterinäramt ist eingeschaltet. Ein Ergebnis lag gestern jedoch noch nicht vor.

Dass Gift oder Betäubungsmittel im Spiel sein könnten, bringt den Schäfer dazu, unschöne Zusammenhänge herzustellen. Denn genau vor einem Jahr hat er schon einmal zwei Schafe verloren. Ein Geschwisterpärchen, zwei Flaschenlämmchen. Tag und Nacht hatte Boos sie mit dem Fläschchen gefüttert – das Muttertier war bei der Geburt gestorben. Und er hat die beiden durchgebracht. Ins Herz geschlossen. Die beiden Wildschafe waren ungewohnt zutraulich und handzahm. Doch eines Tages lagen sie tot auf der Wiese – auch an der Fanschuhstraße. „Sie hatten Schaum vor dem Mund. Und lagen direkt nebeneinander“, erinnert er sich. Damals dachte er noch, sie könnten sich aus Geschwisterliebe fürs Sterben so nah zusammengelegt haben. Mit dem Hintergrund der aktuellen Tat könne man dies aber auch anders sehen, so der Schäfer: „Vielleicht hat sie auch jemand genau so hingelegt.“

Suche nach neuer Weidemöglichkeit

Damals hatte sich der Schongauer nicht an die Polizei gewandt, weil er nichts Schlimmes vermutet hatte. Diesmal schon. Und Boos suchte Hilfe bei der Stadt Schongau. Denn die Fläche am Bahnberg ist schon recht abgeweidet. Und nun stehen dort ja doppelt so viele Tiere wie sonst. Auch ist der Bereich wegen der Baustelle gerade etwas kleiner. „Ich habe mit der Stadt gesprochen, ob es eventuell eine Ausweichwiese gibt – noch habe ich aber nichts in Aussicht.“ Benjamin Boos wäre froh über eine rasche Lösung, gerne auch von privat. „Das könnte irgendwo im Landkreis sein, müsste nicht direkt in Schongau sein – wir sind flexibel.“

Info:

Wegen der toten Schafe ermittelt die Polizei. Zeugen, die etwas beobachtet haben, wenden sich bitte direkt an die Polizeiinspektion in Schongau unter Telefon 08861/23460. Wer eventuell kurzfristig einen Weidegrund zur Verfügung stellen kann, erreicht Benjamin Boos mobil unter der Nummer 0172/8851222.

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