Augsburger festgenommen

GSG 9 zündet Blendgranaten: Razzia gegen Rechts

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Andreas H. nach seiner Festnahme in einem Polizeiauto.

München - Bei einer bundesweiten Razzia gegen die rechtsradikale Gruppe Oldschool Society wurden die Einsatzkräfte auch in Augsburg tätig. Der mutmaßliche Anführer wurde festgenommen.

Ihr Auftreten im Cyberspace spricht eine klare Sprache. Andreas H. (56) aus Augsburg, der „Präsident“ der Gruppe Oldschool Society (OSS), findet auf Facebook die Luftwaffe im Dritten Reich gut, die NPD, den Ausländerstopp München, und – natürlich – Waffen. Die über 3000 Internet-Sympathisanten auf Facebook der Gruppe schauen sich gerne Bilder vom Aufmarsch der Hooligans gegen Salafisten an, dazu menschenverachtende Pamphlete über Ausländer. Doch bislang fielen die Rechtsradikalen wenig auf. Seit Mittwochnacht hat sich das geändert: Unter Führung der Bundesanwaltschaft wurden deutschlandweit zahlreiche Wohnungen der Organisation durchsucht, die OSS soll Anschläge auf Islamisten, Moscheen und Asylbewerberheime geplant haben. Auch die Elitetruppe GSG 9 war im Einsatz, laut tz-Informationen sollen zumindest in Otzing (Kreis Deggendorf) in der Nacht auch Blendgranaten gezündet worden sein.

Festgenommen wurden bei der Aktion der Augsburger Präsident Andreas H, sein Vize Markus W. (39), der auf einer Baustelle in Mühldorf gearbeitet hatte, sowie Olaf O. (47) in Otzing, der eigentlich aus Bochum stammt und hier zu Besuch war. Eine weitere Verdächtige, die 22-jährige Denise G., wurde in Sachsen verhaftet.

Die vier Verdächtigen, die noch am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden sollten, hatten sich nach Erkenntnissen der Ermittler Sprengmittel besorgt, erklärte die Bundesanwaltschaft. Bei einer Durchsuchung wurden pyrotechnische Gegenstände „mit großer Sprengkraft“ sowie weitere Beweismittel sichergestellt. Waffen waren Sicherheitskreisen zufolge nicht dabei.

Die Gruppe soll spätestens seit November 2014 bestehen. Damals hätten sich neun Rechtsextremisten im sächsischen Frohburg südlich von Leipzig zu einer Gründungsveranstaltung getroffen. Im Laufe der Überwachung haben sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen Erkenntnisse verdichtet, dass die Rechtsextremisten durchaus in der Lage gewesen seien, ihre Ziele umzusetzen, hieß es weiter. Inwieweit die vier konkrete Anschlagsziele oder Termine für Anschläge ins Auge gefasst hatten, blieb offen. In der Wohnung von Andreas H. im Augsburger Stadtteil Bergheim stellten die Ermittler zahlreiches Beweismaterial sicher. Nachbarn reagierten geschockt, Andreas H. galt als durchaus nett. Diese Einschätzung dürfte sich geändert haben, der nette Mann von nebenan zeigt im Internet eine andere Seite. Hier posiert er mit Waffen oder legt sich schon mal einen Patronengurt um die Schulter.

tz

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