Nach Facebook-Post zu G7-Gipfel

Wutgipfel im Isartal: Hans Söllner in Wallgau ausgeladen

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Musiker Hans Söllner (l.) ärgerte sich über den G7-Gipfel in Elmau und den Besuch von Angela Merkel und Barack Obama in diesem Facebook-Post (r.). Jetzt sagte Wallgau darüber verärgert sein Konzert ab.

München - Liedermacher Hans Söllner hat sich während des G7-Gipfels lustig gemacht über Wallgau, die Region und ihr Image. Nun wurde ein Konzert des streitbaren Künstlers kurzfristig abgesagt - Wutgipfel im Isartal!

Die Wallgauer sind sauer, beleidigt, angefressen: Was sich der bissige Liedermacher Hans Söllner erlaubt hat, geht manchen zu weit. Darum hat die Pächterin des Haus des Gastes, Veronika Horvat, ihn kurzerhand wieder ausgeladen. Söllner wollte eigentlich am 12. Oktober ein Konzert in Wallgau geben. Nun darf er nicht kommen. Und das wiederum nervt den Musiker! Wut-Gipfel im Isartal!

Obama und Merkel bei den Trachtlern.

Was einige Wallgauer so erbost: Söllner hatte sich beim G7-Gipfel über die Region und ihr Image lustig gemacht. Er nahm vor allem die weiß-blaue Bayern-Idylle beim Besuch von Obama und Merkel in Krün zum Anlass für hämische Worte. „Ist das jetzt ein Schwarzer unter lauter Schwarzen oder ein Schwarzer unter lauter Braunen oder ein Farbiger unter lauter Schwarzen oder ein Brauner unter lauter Farbigen oder einfach nur einer, der sich nichts mehr denkt und scheißt unter lauter anderen, die sich auch nichts denken und auf alles scheißen? Merkt Ihr nicht, dass Ihr hier als Deppen vorgeführt werdet? Die ganze Welt lacht über dieses Eingeborenen-Spektakel.“

WELCOME DAHOAM !Von wegen grünes Krün!Ist das jetzt ein Schwarzer unter lauter Schwarzen oder ein Schwarzer unter...

Posted by Hans Söllner on Dienstag, 9. Juni 2015

Das war für einige Isartaler zu viel. Veronika Horvat, die das Konzert jetzt absagte, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dafür fand Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) deutliche Worte: „Das sehen wir nicht ein. Auf der einen Seite lassen wir uns als Deppen und Nazis beschimpfen, auf der anderen Seite will er bei uns Reibach machen.“ Das will die Gemeinde, der das Haus des Gastes gehört, „nicht mittragen“. Darum riet er der Pächterin, „das eher nicht zu machen“.

Der Liedermacher, der ebenfalls nicht erreichbar war, ließ die Absage nicht unkommentiert – in gewohnt scharfer Art und Weise: „Ihr Heimatverbundenen und Traditionsbesessenen bauernschlauen Gemeinde- und Haus-des-Gastes-Verwalter habt dieser Welt da draußen gezeigt, dass es in unserem Land keine Demokratie gibt, sonst hätte dieser Gipfel nicht stattfinden können . Ich möchte noch einmal betonen, dass nicht ein Großteil der Dörfer über mich, sondern über Euch Betreiber, Befürworter, Verdiener und Statisten des G7 verärgert ist ... An Eurer Stelle würde ich mich wirklich sehr schämen, den Leuten aus Eurer Region einen Besuch meines Konzertes (...) zu verbieten. Ihr zeigt ihnen damit, dass sie das sind, was Ihr von ihnen haltet: zu blöd, eine Entscheidung selbst zu treffen ...“

Bei vielen Fans trifft Söllner damit den Nerv: Sowohl auf Facebook als auch auf seiner Internetseite wird die Konzert-Absage rege diskutiert. Zu 90 Prozent richtet sich die Wut gegen Wallgau. Beschimpfen lassen wollen sich die Wallgauer jedoch nicht – und zeigen Söllner die rote Karte.

Der Berufs-Provokateur nimmt auchin Sachen "Flüchtlinge" kein Blatt vor den Mund. Von der "lauten" Empfangskultur, wie sie teils am Münchner Hauptbahnhof gepflegt wird, hält er nichts.

nine

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